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Kommentar : Was noch zu beweisen ist

Die amerikanischen Passagiere verstehen das große Bohei nicht: Für sie ist diese Art der Kontrolle normal. Aber machen Körperscanner Flughafenkontrollen wirklich effizienter? Nur eine von mindestens zwei offenen Fragen.

          Die beiden amerikanischen Passagiere, die gestern am Flughafen auf ihre Kontrolle warteten, guckten die Horde Journalisten, die sich zur Begutachtung des Körperscanners um das Gerät drängten, mit offener Verwunderung an. Sie finden das Bohei, das wir Deutschen machen, ziemlich „weird“, bizarr also. Für sie ist diese Art der Kontrolle normal. Sie fühlten sich auf Flugreisen sicherer, seit es sie gebe, sagten sie.

          Gefühlte Sicherheit und tatsächliche Sicherheit sind nicht das Gleiche. Sicher ist nur, dass sich beide nur mit sehr großem Aufwand erzielen lassen. Die Tatsache, dass die Bundespolizei erst am Tag der Inbetriebnahme der Scanner über selbige informierte, ist somit ein ziemlich deutliches Zeichen dafür, dass es noch mindestens zwei offene Fragen gibt, deren Diskussion man zumindest für eine Weile aufschieben wollte.

          Die Effizienzrechnung geht nicht auf

          Machen Körperscanner Flughafenkontrollen effizienter? Wenn das Gerät stumm bleibt, müssen Passagiere künftig nicht mehr abgetastet werden. Das spart Zeit. Sobald der Scanner jedoch eine Anomalie meldet, müssen die Sicherheitskräfte händisch nachkontrollieren. Bei der Vorführung gestern meldete das Gerät unter anderem einen am Revers baumelnden Dienstausweis. Wenn wegen so etwas jedes Mal nachgeguckt werden muss, geht die Effizienzrechnung sehr schnell nicht mehr auf.

          Machen Körperscanner das Fliegen sicherer? Es leuchtet ein, dass Keramikmesser und Flüssigsprengstoff gewöhnlichen Metalldetektoren durchgehen. Wenn Derartiges zielgenau gefunden und ausgesiebt wird - das wäre tatsächliche Sicherheit. Beim Test der Scanner vor zwei Jahren in Hamburg gab es jedoch häufig Fehlalarm. Und Zahlen zur Treffsicherheit der jetzt für Frankfurt weiterentwickelten Geräte gibt es laut Bundespolizei noch nicht. Trotzdem wurden sie direkt regulär in Betrieb genommen. Sie wieder wegzuräumen sei ausgeschlossen.

          Wenn die Behörden nicht aus Sicherheitsgründen tiefstapeln, dann ist das riskant: Denn nun muss sich direkt „on the flight“, im Alltagsbetrieb also, zeigen, wie effizient das neue System ist. Fehler sind im Zweifelsfall nicht nur peinlich, sondern fatal.

          Denise Peikert

          Freie Autorin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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