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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Wahlkampf mit Fluglärm - lieber nicht

 ·  SPD und CDU im Landtag brauchten nicht lange, um sich das herauszupicken, was in dem Papier der Fluglärmkommission vermeintlich ihre Positionen bestätigt. Das lässt eine tiefschürfende Debatte kaum erwarten.

Artikel Lesermeinungen (9)

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Jens Münch

Ja, warum denn auch nicht??

Was soll denn dieses jämmerliche Beispiel belegen, so es der Wahrheit entspricht... Sollen diejenigen, die vom Fluglärm persönlich betroffen sind, dann zu alledem nicht auch mal fliegen dürfen? Ist das tatsächich Ihre Auffassung? Das ist ja ein feiner Zug von Ihnen. Ich nehme an, Sie machen sich hin und wieder auch Gedanken über die globale CO2-Belastung. Fahren Sie nicht dennoch Ihren Wagen und nutzen Sie nicht dennoch Strom aus der Steckdose. St. Florian stehe Ihnen bei!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 13:54 Uhr
Hannelore Schäfer

Aber hallo!

Letztens tauchten zu einem Artikel über Windräder im Taunus auch zwei Herren, die für ihre ausbaubbegeisterten und Fluglärmbetroffene verumglimpfende Worte bekannt sind, auf, die sich darüber erregten, dass für Windräder im Taunus Bäume gefällt werden müssten! Dass die nicht schön in der Landschaft seien! Und überhaupt!

Tja, man muss nur Geduld haben und schon entlarven sich alle, nur zu anderen Themen, als Floriansjünger vom Feinsten. Man will kein Atommülllager im Garten, aber auch kein Windrad vorm Küchenfenster, der Strom für den heimischen PC, über den man sich über Demonstranten an FRA lustig machen kann, kommt schließlich aus der Steckdose.

Und ich sehe tatsächlich immerhin einen Vorteil von FRA: In dessen Nähe werden keine Windräder in die Landschaft gebaut.

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Eugen Schmidt

Herr Weinert, Sie haben recht. Der Flughafen, besonders in der Ausbaustufe, gehört da nicht hin.

Finden Sie das eine furchtbare Aussage? Entweder der Flughafen muss weichen oder die Menschen müssen umgesiedelt werden. Da der Flughafen doch ein solcher Quell von Wohlstand und Reichtum zu sein scheint, dürfte es ein Leichtes sein, die Umsiedlung zu fairen Bedingungen über einen kleinen Lastenausgleich zu bewerkstelligen. Wenn FRAORT das nicht bezahlen kann, dann ist die Firma eben nicht rentabel genug und dann lohnt sich die Beeinträchtigung der Lebensqualität von Tausenden von Menschen eben nicht. Deswegen wehren die sich ja mit Händen und Füßen gegen eine faire Abschätzung und den Ausgleich der privaten und öffentlichen Folgekosten. Dann wäre die Firma nämlich pleite.
Braunkohle kann auch nur abgebaut werden wenn die Verlegung der Städte und Dörfer aus dem Gewinn von RWE bezahlt werden kann. Intellektuelle Ehrlichkeit können sie bei mir einfordern, da halte ich mit; verlogen sind die Anderen.

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Wolfgang Weinert

Eugen Schmidt sagt, was Sache ist!

Verehrter Herr Schmidt - nun lassen Sie mal die Katze aus dem Sack: Sie müßten aufgrund intellektueller Ehrlichkeit fordern, den Flughafen in seiner Gesamtheit zu schließen, und zwar so schnell wie möglich. Krebs- und Kreislauftod infolge der Nordwestbahn: Schlimmer Tod. Krebs- und Kreislauftod infolge des alten Runway-Systems: Immer schon so gewesen. Was ist für Sie ein "erträgliches Maß" - Ruhe in Sachsenhausen Süd, andere Gebiete sind nicht von Interesse? Ich saß bei der 49. Montagsdemo in der Memento-Bar in Halle B - neben einem grauhaarigen Demoteilnehmer, die Teilnahme am Umzug hatte er sich versagt. Per Handy avisierte er seinem Gesprächspartner - neben sich das gelbe Demo-Schild säuberlich eingerollt - "Ich habe schon eingecheckt, und gehe gleich zum Gate". Ich weiß, warum es Ihnen und Kombattanten so stinkt, "St.-Florians-Brüder" genannt zu werden. Aber genau das sind Sie, - oh, Verzeihung - Schwestern gibt's natürlich auch in der Gemeinde!

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 11:39 Uhr
Alfons Rapp

Dieses, mittlerweile global akzeptierte Nachhaltigkeitskonzept,

all denjenigen Managern zum Genuss, die vom „Virus der Entgrenzung“ befallen sind:

„ ... keine einzige Aktivität (Projekte, Prozesse, Produktionsanlagen Entwicklungen) weiter fortzuführen oder auf den Weg zu bringen, die zu irgendeiner Gefährdung der Gesundheit der Mitarbeiter, der umliegenden Anwohner oder der Umwelt führen könnte. Dies, weil ein Unternehmen nur dann langfristig im Markt bestehen wird, wenn es sich diesem Kodex unterwirft. Jede wirtschaftliche Aktivität, die solche Gefährdungen zulässt, wird früher oder später unwirtschaftlich operieren, langfristig Kosten erzeugen und Geschäftspartner verlieren und damit vom Markt verschwinden.“

(Quelle: Sustainable Development in OECD Countries / Getting the Policies Right, Published 2002 by OECD)

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Eugen Schmidt

Ist es denn so schwer zu verstehen? Die Zeiten ändern sich eben.

Haben Sie schon mal etwas davon gehört dass bestimmte industrielle Tätigkeiten heute in und in der Nähe von Wohngebieten nicht mehr erlaubt sind? Dass wir uns im Unterschied zur Situation im 19-ten Jahrhundert jetzt den Luxus leisten die Lärm- und Schmutzbelastung der Umwelt zu limitieren. Wenn ein Betrieb diese Grenzen nicht einhalten kann, dann wird er geschlossen oder verlegt. Wer keine grüne Plakette hat, darf nicht mehr in die Stadt.
Am Arbeitsplatz sind unsere Arbeiter heute besser gegen Lärm und Luftverschmutzung geschüzt als viele Tausende Anwohner des Flughafens, auch deren Kinder. Können Sie das verstehen und verteidigen?
Ein Politiker der Ausbaufraktion hat uns heute in Niederrad vorgeworfen wir sollten uns mal die fürchterliche Situation an vielen Flughäfen auf der Welt ansehen. Da ginge es uns doch gut. Sollen wir mit der gleichen Logik die Filter wieder aus den Kohlekraftwerken entfernen, weil die Leute in Peking und Lagos im Schmog ersticken? Mal ehrlich !!

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silvia schleimer

Aber Herr Weinert,

dieser Kommentar ist wohl Ihre intellektuelle Ehrlichkeit! Nun müssen schon Erzählungen aus der Mottenkiste herhalten.

In unserer weit entwickelten Demokratie darf es nicht mehr sein, dass Menschen oder Organisationen anderen Menschen bewusst Schaden zufügen dürfen. Und darauf haben Politiker/innen sogar einen Eid geschworen.

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Eugen Schmidt

Der Ausbau des Flughafens in Frankfurt - Die Logik des Truppenübungsplatzes sollte angewendet werden

Man hält den Gegnern des weiteren Ausbaus ja entgegen, dass sie gegen den Fortschritt sind. Ein Flughafen gehört nun mal dazu, der ist zwar laut, das muss man dann eben aushalten.
Nun gibt es ja Aktivitäten die man einfach nicht leise hinkriegt, wie zum Beispiel ein Truppenübungsplatz oder Zielscheibenschießen mit dem Eurofighter. Hat schon mal jemand einen Truppenübungsplatz im Stadtwald gesehen und warum trainiert die Luftwaffe, jedenfalls in Friedenszeiten, in irgendwelchen Wüsten in den USA?
So einfach ist das also: wenn man die Lärm- und Schmutzbelästigung nicht auf ein erträgliches Maß reduzieren kann dann geht man mit der Sache dahin wo es keinen stört. Genau das sollte die FRAPORT tun, dann kann sie ausbauen soviel sie will. Warum kommen die Politiker nicht auf die einfachen Lösungen?

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Eugen Schmidt

Wahlkampf mit und unter Fluglärm ? - aber sicher ! Die Politiker werden ins Stottern kommen.

Wir freuen uns auf eine Podiumsdiskussion mit den Herren Platzeck und Schäfer-Gümbel. Die Argumente für den Schutz der Nachtruhe von 22 bis 06 Uhr in Berlin müssen doch eigentlich auch in Frankfurt gelten. Oder sind Berliner schutzwürdiger als Frankfurter?
Übrigens sollte sich die CDU nicht allzufrüh freuen. Das Ziel muss sein das Luftfahrtlärmschutzgesetz zu annulieren. Mit welchem Recht gesteht der Gesetzgeber der Luftfahrt andere Grenzwerte, andere Messverfahren, andere Konsequenzen zu als allen anderen Industriezweigen? Das Ziel muss es doch sein alle Menschen gleich zu schützen. Kann man es politisch durchhalten, Anwohner eines Flughafens Lärm- und Dreckexpositionen zumuten zu dürfen, welche für andere Menschen schon längst als gesundheits- und sogar lebensverkürzend anerkannt sind? Darf man in Deutschland sagen "Du musst damit leben dass Du krank wirst und früher stirbst, damit ich reich werden kann?" Das soll uns die FRAPORT und die Lufhansa mal ins Gesicht sagen.

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Jahrgang 1956, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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