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Kommentar Voreilige Diagnose zu Fluglärm-Studie

 ·  Mehr Klarheit zur Frage, wie gesundheitsschädlich Fluglärm ist, kann nur mit tatsächlich belastbaren Daten geschaffen werden. Und genau die wollen die Wissenschaftler liefern, die an der Norah-Studie arbeiten.

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Die Argumente der Frankfurter Ärzte, die den Abbruch der „Norah“ genannten Fluglärmstudie fordern, sind nicht geringzuschätzen. Aber die Mediziner sollten sich auch darüber im Klaren sein, was aller Wahrscheinlichkeit nach passieren würde, wenn tatsächlich die als überflüssig und unethisch kritisierte Untersuchung sofort und ohne Ergebnis eingestellt würde. Es spricht viel dafür, dass das dem Anliegen der Gruppe, nämlich den Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen im Interesse der Anrainer noch stärker als bislang einzuschränken, mehr schaden als nützen würde. Denn bisher haben die vorliegenden Erkenntnisse zum Thema Fluglärm kaum die Wirkung erzielt, die sich die Mediziner wünschen.

Thomas Jühe, Raunheimer Bürgermeister und Vorsitzender der Frankfurter Fluglärmkommission, weist zu Recht darauf hin, dass die bisher vorliegenden Untersuchungen zur Wirkung von Lärm weder Gesetzgeber noch Gerichte bei ihrer Abwägung dazu veranlassen konnten, mehr als einige Stunden in der Nacht als schutzbedürftig anzuerkennen. Und man kann nicht ernsthaft den Vorwurf erheben, dort sei allenthalben fahrlässig, unkundig oder gar böswillig entschieden worden. Gleichwohl bleibt vielerorts eine durchaus nachvollziehbare Unzufriedenheit.

Eine begründete Hoffnung

Mehr Klarheit und Eindeutigkeit, möglicherweise auch im Sinne des Anliegens der Frankfurter Mediziner, sind nur mit tatsächlich belastbaren Daten zu schaffen, die eine Basis für eine präzise Beurteilung der gesundheitlichen Risiken durch Fluglärm schaffen. Und genau die wollen die Wissenschaftler liefern, die an der Norah-Studie arbeiten. Dabei bestreiten auch sie keinen Moment, dass es bereits Einzeluntersuchungen gibt, die für die Annahme sprechen, dass Lärm im schlimmsten Fall das Herz-Kreislauf-System schwer schädigen kann.

Eine Untersuchung mit einer so spezifischen Zielsetzung, wie sie die Norah-Studie hat, liegt aber eben noch nicht vor. Und da sie letztlich von Anrainern, der Luftverkehrswirtschaft und Behörden gemeinsam getragen wird, besteht die begründete Hoffnung, dass sie am ehesten die Grundlage für konsequenteren Schutz vor zu viel Fluglärm bilden wird. Damit wäre dann ein Ziel erreicht, für das beispielsweise der Raunheimer Bürgermeister seit vielen Jahren kämpft - freilich ohne dabei den Flughafen an sich in Frage zu stellen. Insofern ist nachvollziehbar, wenn er nun keine große Freude über Maximalforderungen aus Frankfurt empfindet.

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Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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