Home
http://www.faz.net/-gzg-73kr2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Viel Geld, viele Fragen

 ·  Bei der öffentlich-privaten Partnerschaft für einen Schulneubau in Frankfurt geht es um viel Geld, aber auch um Grundsätzliches. Und vor allem darum, dass 600 Schüler dringend ein neues Gebäude brauchen.

Artikel Lesermeinungen (1)

Bei der öffentlich-privaten Partnerschaft für einen Schulneubau in Frankfurt geht es um viel Geld, aber auch um Grundsätzliches. Darf sich eine Kommune für 30 Jahre an ein Unternehmen binden, dessen Zukunft ebenso ungewiss ist wie die politischen, demographischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in diesem Zeitraum? Ist es unter Gesichtspunkten von Demokratie und Transparenz vertretbar, dass die Stadtverordneten darüber unter Ausschluss der Öffentlichkeit abstimmen? Und darf ein Magistrat, sollte dies zutreffen, einen solchen Vertrag schließen, bevor das Stadtparlament ihn gebilligt hat?

Als ob diese Fragen nicht schon schwierig genug zu beantworten wären, geschieht dies in Frankfurt noch unter dem Druck, dass für 600 Schüler dringend ein Gebäude benötigt wird. Dementsprechend kompliziert verlaufen die Konfliktlinien. Während die Lehrergewerkschaft GEW vehement gegen den ÖPP-Vertrag protestiert, geht es dem Leiter der IGS West vor allem darum, dass die Schule schnell gebaut wird. Und das wäre wohl nicht der Fall, wenn die Stadt selbst tätig würde und sich etwa an dann geltende Ausschreibungsregeln halten müsste.

Gute Erfahrungen, schlechte Erfahrungen

Auch Grünen-Politikerin Sarah Sorge befindet sich in einer zwiespältigen Rolle: Als Schuldezernentin setzt sie auf ein Konstrukt, das viele in ihrer Partei für eine Ausgeburt neoliberalen Irrsinns halten. Immerhin ist festzuhalten, dass ÖPP nicht umstandslos mit anrüchigen Praktiken wie Cross-Border-Leasing gleichzusetzen ist. Es gibt schlechte, aber auch gute Erfahrungen mit solchen Partnerschaften. Doch selbst wenn ÖPP in diesem Fall richtig sein sollte, beantwortet das noch nicht die Frage, ob die Entscheidung dafür demokratisch und rechtmäßig zustande gekommen ist.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1972, Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

Jüngste Beiträge

Männer und Herren

Von Matthias Alexander

Wenn das kein Grund zur Freude ist: Die Eintracht beendet die Saison auf dem sechsten Platz, der FSV Frankfurt geht eine Spielklasse tiefer sogar als Vierter durchs Ziel. Das ist ein schöner Imagegewinn für die Sportstadt Frankfurt. Mehr 1 2