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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Und sie drehen sich wieder im Kreis

 ·  Zwar verkünden die Vertreter von Städten und Kreisen in Rhein-Main immer wieder, nun werde endgültig über Sachthemen diskutiert. Doch es geht immer wieder um Strukturen und Finanzen.

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Die Region Frankfurt/Rhein-Main dreht sich im Kreis. Zwar verkünden die Vertreter von Städten und Kreisen immer wieder, nun werde endgültig über Sachthemen diskutiert, also darüber, wie gemeinsame Vorhaben besser geschultert und effizienter verwirklicht werden könnten. Doch ehe es beispielsweise um den Betrieb von Krankenhäusern geht, reden sie immer wieder über Strukturen und Finanzen.

So wichtig das auch ist: Eigentlich sollte der Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main mit seinem im April neu aufgenommenen Schwerpunktthema „Impuls Romantik“ von sich reden machen. Stattdessen gibt es abermals politisches Gezerre, und die Frage wird gestellt, ob es nicht doch sinnvoller sei, die beiden regionalen Gesellschaften, den Kulturfonds und seine kleine Schwester, die Kulturregion, zusammenzuführen.

Wer soll künftig an der Spitze stehen?

So wird es nichts mit dem gemeinsamen Auftritt der Region. Auch nicht mit der „identitätsstiftenden Wirkung“ der Kultur. Da hilft auch ein üppig ausgestatteter Marketingetat wenig. Die Regionalpolitik scheint manchen Akteuren vor allem dafür geeignet, um sich beim Wähler zu profilieren.

Das jüngste Beispiel liefert der Landrat des Main-Taunus-Kreises, Michael Cyriax (CDU). Er hat die Gesellschafterversammlung des Kulturfonds genutzt, seine Kollegen zu schockieren, indem er dessen gesamte Finanzierungsgrundlage in Frage stellt. Auf der Tagesordnung stand, die Stadt Wiesbaden in den Kreis der bisher fünf Gesellschafter aufzunehmen. Statt diese Aufnahme zu feiern, die mit viel Zähigkeit und Engagement vom bisherigen Geschäftsführer des Kulturfonds, Herbert Beck, verfolgt und erfolgreich zu Ende gebracht worden ist, stürzt Cyriax mit seiner Forderung nach ermäßigtem Beitrag den Fonds in eine Existenzkrise.

Dabei müsste sich der Kulturfonds der drängenden Frage stellen, wer künftig an der Spitze stehen soll. Die Nachfolge Becks ist noch nicht geklärt. Immerhin ist der Kulturfonds mit seinem Etat von (noch) fast sechs Millionen Euro die finanzstärkste regionale Gesellschaft. Ist die Suche nach einem Geschäftsführer oder einer Geschäftsführerin schon zu viel inhaltliche Arbeit?

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Jahrgang 1961, Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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