17.07.2008 · Taxifahren in Frankfurt war noch nie besonders günstig. Bald könnte Frankfurt die Stadt mit den höchsten Fahrpreisen sein. Fahrgäste werden aber nur dann vermehrt ins Taxi steigen, wenn die Qualität stimmt.
Von Katharina IskandarWer mit dem Taxi von der Berger Straße aus in die Oper fahren will, zahlt künftig knapp 16 Euro. Vom Flughafen bis zum Messegelände 26 Euro. Und vom Hauptbahnhof bis zum Römerberg rund sieben. Abends kommen noch einmal je nach Strecke ein bis zwei Euro hinzu, wobei der Fahrgast allein für das Einsteigen schon 3,25 Euro zahlt. Taxifahren in Frankfurt war noch nie besonders günstig. Und sollte der Magistrat am 8. August der Vorlage zum neuen Taxitarif zustimmen, könnte Frankfurt bald die Stadt mit den höchsten Fahrpreisen sein.
Es ist zwar nicht verkehrt, die Taxiunternehmen durch höhere Tarife vor dem wirtschaftlichen Ruin zu bewahren. Es ist sogar notwendig, dass sich die Stadt der Nöte annimmt, denn immerhin gehören Taxis wie auch die U- oder Straßenbahnen zum städtischen öffentlichen Nahverkehr. Gleichzeitig aber müssen die Taxiunternehmen bereit sein, auch ihrerseits etwas dafür zu tun, dass ihre Dienstleistung attraktiv ist und dem Kunden gerecht wird, der immerhin viel Geld für eine Fahrt durch die Stadt zahlt.
Qualität muss deutlich verbessert werden
Umso seltsamer mutet es an, dass einzelne Vertreter des Taxigewerbes nun so tun, als hätte das eine mit dem anderen überhaupt nichts zu tun – als müsse die Stadt den Tarif erhöhen, dürfe aber nicht im Sinne der Bürger handeln und im Gegenzug erwarten, dass sich die Qualität in der Branche deutlich verbessere.
Das mag aus Sicht der Unternehmen bequem oder sogar durch rechtliche Bestimmungen abgesichert sein. Sympathie in der Bevölkerung gewinnt man mit dieser Argumentation jedoch nicht. Und irgendwann auch kein Verständnis mehr für die wirtschaftlichen Nöte.
Es ist deshalb konsequent, wenn Stadtrat Stein (FDP) von „Sanktionen“ spricht, sollten die Unternehmen ihr Versprechen nicht halten, die Qualität deutlich zu verbessern und etwa die Flotte der „Service Taxis“ auszubauen. Denn sonst wird die Frage umso drängender, warum sich einzelne Unternehmen dagegen sperren, auf Qualität zu achten. Sind sie etwa nicht daran interessiert, dass ihre Fahrer ordentlich gekleidet und der deutschen Sprache mächtig sind? Eigentlich müssten sie es. Sonst dürfen sie sich nicht darüber beschweren, dass das Taxigewerbe wirtschaftlich auf der Kippe steht.