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Kommentar Städte brauchen Strategien

21.06.2008 ·  Einkaufszentren auf der grünen Wiese liegen im Trend. Das ist nicht gut für die Innenstädte. Es ist zu befürchten ist, dass nach der Eröffnung von „Loop 5“ die Geschäfte in Darmstadt zu kämpfen haben werden.

Von Werner Breunig
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Parken, kaufen, wegfahren: Die Kunden strömen weiterhin in die großen Märkte, die sich außerhalb der Städte in den vergangenen Jahren etabliert haben. Noch ist der Trend, dass sich das Einkaufen in die Innenstädte verschiebt und vornehmlich dort neue Einkaufszentren entstehen, an der südhessischen Wirklichkeit nicht abzulesen, sieht man einmal von Frankfurt ab. Gerade die Fachmärkte, häufig Filialunternehmen, setzen weiterhin auf Häuser vor der Stadt, die leicht erreichbar sind.

Schön sind solche Anhäufungen von großflächigem Einzelhandel wie in Weiterstadt nicht. Und sie sind auch nicht gut für die Innenstädte, wo die eingesessenen Geschäfte immer stärker unter Druck geraten – siehe Darmstadt. Wollen die Städte dagegenhalten, müssen sie Strategien ersinnen, gerade auch für den Verkehr. Kunden wägen gerne ab, was ihnen das Flair einer urbanen Umgebung wert ist. Denn der Cappuccino in der Fußgängerzone wird durch hohe Gebühren in den Parkhäusern erst richtig teuer. So spielen die Fachmärkte den Vorteil aus, den Kunden unentgeltliche Parkplätze zur Verfügung zu stellen.

„Loop 5“ eröffnet im Frühjahr 2009

Die Nachbarstädte Darmstadt und Weiterstadt stehen seit Jahrzehnten im Wettbewerb. Wenn im nächsten Jahr noch das riesige neue Einkaufszentrum an der A 5 zu den ohnehin schon vorhandenen großflächigen Einzelhandelshäusern hinzukommt, werden die Auswirkungen auch in Darmstadt zu spüren sein. Die Kunden können ihr Geld nur einmal ausgeben, und die Waren, die sie benötigen, kaufen sie nur an einer Stelle.

Wer nach Weiterstadt fährt, wird wohl nicht anschließend die gleichen Dinge in Darmstadt kaufen. Und zu befürchten ist, dass vor allem die Geschäfte in der Innenstadt zu kämpfen haben. Die Betreiber des neuen Zentrums haben ausgerechnet, dass ihr Einzugsgebiet bis an die Frankfurter Stadtgrenze reiche. 180 Geschäfte, 3000 Parkplätze, 20 Restaurants werden Menschen anlocken. Die fehlen dann, um die Städte der Region zu beleben.

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