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Kommentar Sozialer Lichtblick

26.02.2009 ·  Viel Positives haben die Hattersheimer mit staatlicher und städtischer Förderung für die Lebensqualität von 4300 Menschen in der Siedlung bewirkt. Ohne die aktive Mitwirkung der Bürger würde es mit der Integration nicht vorangehen.

Von Heike Lattka
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Wer zehn Jahre nach dem Start des Programms „Soziale Stadt“ durch die Hattersheimer Siedlung schlendert, der spürt in dem Stadtteil die Veränderungen. Es gibt nur wenige Schmierereien, die Grünflächen wirken nicht mehr wie Fremdkörper, neue Sport- und Spielangebote werden eifrig von Kindern und Jugendlichen genutzt, und insgesamt wirkt das Wohnquartier heller und freundlicher.

Viel Positives haben die Hattersheimer mit staatlicher und städtischer Förderung für die Lebensqualität von 4300 Menschen bewirkt. Mag die Integration der ausländischen Bewohner noch verbesserungsfähig sein, so bietet das Quartier ein gutes Beispiel für all jene Stadtteile in anderen Städten, deren Image aufpoliert werden müsste. Das Erfolgsrezept lautet Partizipation. Ohne die aktive Mitwirkung der Bürger geht es nicht.

Zwar ist Hattersheims Siedlung nie ein sozialer Brennpunkt gewesen, doch Polizeistreifen waren dort in vergangenen Jahren öfters zu sehen als anderswo in der Stadt. Das hat abgenommen – die Selbstregulierungskräfte gegen Streit und Nachbarschaftszwist sind inzwischen hoch entwickelt und ersticken derlei Auseinandersetzungen oft im Keim.

Jugendliche besser einbinden

Diesen Erfolg gab es nicht zum Nulltarif, das müssen auch die Kreisstädter wissen, die derzeit „Soziale Stadt“-Projekt für den Stadtteil Hofheim-Nord angehen. Die knapp fünf Millionen Euro für eine bessere Infrastruktur und für einen Jugend- und Stadtteiltreff in Hattersheim erweisen sich als gut angelegtes Geld: Endlich gibt es für die Menschen eine Möglichkeit, sich zu treffen und auszutauschen. Nur selten stehen die Räumlichkeiten leer.

Die Hattersheimer Projektmacher waren gut beraten, in jeden ihrer Schritte Anwohner und Verwaltung einzubinden. Konzepte wurden nicht über die Köpfe der Menschen hinweg, sondern gemeinsam mit ihnen entwickelt. Das Projekt ist ein Lichtblick – aber es gibt noch viel zu tun: So müssen die Jugendlichen aus dem Hattersheimer Stadtteil geködert werden, sich für ihr Quartier zu engagieren, sonst stirbt die Bürgerbeteiligung auf Dauer aus. Dann aber wäre für den Stadtteil der rasche Rückschritt in die überwunden geglaubte Misere unvermeidlich.

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