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Kommentar Schulpolitik ohne Glamour

10.07.2009 ·  Es wirkt so, als sei von Dorothea Henzlers (FDP) Bonus einiges verbraucht. Von den offiziellen Worten, mit denen Vertreter von Lehrerverbänden und Elternvereinigungen das Tun der Kultusministerin kommentieren, wirken manche trotz Freundlichkeit recht unverbindlich.

Von Jacqueline Vogt
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Sie werde Freude an ihrem Amt haben. Das hat Kultusministerin Dorothea Henzler, kurz nachdem sie es angetreten hatte, mit so großer Überzeugung gesagt, dass ihr das viel Sympathie einbrachte. In den Jahren zuvor, als bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, hatte sie zudem viele Stunden an der Basis verbracht, in den Schulen. Auch das gereichte ihr zum Vorteil. Dennoch wirkt es heute so, als sei von ihrem Bonus einiges verbraucht. Das äußert sich nicht in harscher öffentlicher Kritik, eher in Hintergrundgesprächen, und von den offiziellen Worten, mit denen Vertreter von Lehrerverbänden und Elternvereinigungen und andere Henzlers Tun kommentieren, wirken manche trotz Freundlichkeit recht unverbindlich.

Ausgenommen sehr konservative Unionspolitiker, die sich an der liberalen Neuausrichtung im Kultusministerium stören, hat niemand echten Grund zur Klage. Das zurückliegende Schuljahr hat einigermaßen funktioniert, die Abitur-Panne ist Geschichte, und wenn eine Ministerin sich die Gelegenheit entgehen lässt, bei der Wahlversammlung des Landeselternbeirats zu sprechen, ist das ihr eigener Schaden.

Anspruchsvolles Publikum

Doch so glimpflich wie die ersten Monate im Job vorbeigegangen sind, wird es für Henzler nicht weitergehen, da sind Themen vor wie Lehrermangel oder die Einführung der Bildungsstandards. Um unausweichlich auf sie zukommende Turbulenzen – die stärker sein werden als die Störfeuer aus der CDU, die sie schon kennengelernt hat – gut zu überstehen, muss die Ministerin etwas ändern.

Einen Hinweis darauf, was das sein könnte, gibt das oft zu hörende Lob, Henzler kenne sich in etlichen Sachfragen aus – dass es in anderen nicht so sei, steckt in solchen Äußerungen, aber auch die Sehnsucht nach einer bestimmten Form des Auftritts. Kultusminister haben ein anspruchsvolles Publikum, in ihrer Behörde und außerhalb. Wer das einschätzen kann, tut gut daran, sich ihm öfter einmal zuzuwenden mit einer Ansprache, in der eine Vision und Vorstellung von der Zukunft des Bildungswesens enthalten sind.

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Jahrgang 1962, Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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