01.09.2009 · Die gute Nachricht: In Sachsenhausen hat die Freiherr-vom-Stein-Schule ihr neues Gebäude bezogen. Und nun die schlechte: Die Schüler des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums müssen auf ihre Kantine wohl noch einige Monate warten.
Von Matthias TrautschZwei Nachrichten an einem Tag, die eine ist gut, die andere schlecht, und beide betreffen Bauprojekte an Frankfurter Gymnasien. Zuerst die gute Meldung: In Sachsenhausen hat gestern die Freiherr-vom-Stein-Schule ihr neues Gebäude bezogen. Errichtet wurde es, wie drei weitere Bildungsstätten in der Stadt, in einer öffentlich-privaten Partnerschaft mit dem Essener Unternehmen Hochtief. Nach Meinung der Lehrer, Schüler und Eltern ist der Bau gelungen. Und noch besser: Er wurde wie geplant zum Ferienende fertig – eine Tatsache, über die die bei der Eröffnung anwesenden Kommunalpolitiker nur staunen konnten.
Und nun die schlechte Nachricht: Die Schüler des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums müssen auf ihre Kantine wohl noch einige Monate warten. Eigentlich, so berichtet der Elternbeirat, sollte die Cafeteria zum Schuljahresanfang in Betrieb gehen. Doch die Bauarbeiten wollen nicht vorankommen. Wochenlang lassen sich keine Handwerker blicken, nun ist eine Eröffnung zum Jahresende in Aussicht, aber auch daran wollen die Eltern nicht recht glauben. Für sich genommen, mag die Nachricht nur eine Randnotiz wert sein, aber sie steht für Dutzende Fälle, in denen sich Bauarbeiten an Schulen hinziehen, wenn die Stadt Regie führt.
Option öffentlich-privater Partnerschaften offenhalten
Freilich gelingt auch in einer Public-Private-Partnership nicht alles. Ob das im PPP-Verfahren sanierte Bildungs- und Kulturzentrum in Höchst ein „Schmuckstück“ ist, wie Oberbürgermeisterin Petra Roth es nannte, mag jeder Besucher selbst entscheiden. Die oberen Etagen, in denen das Friedrich-Dessauer-Gymnasium seinen Sitz hat, sind eher eng und bedrückend. Und man tut den Architekten der Freiherr-vom-Stein-Schule sicher kein Unrecht, wenn man die Fassade des Gymnasiums als schmucklos bezeichnet.
Vielleicht lassen sich auch solche Gestaltungsfragen in künftigen PPP-Verträgen vorab klären. Umsonst werden Extra-Wünsche zwar nicht erfüllt werden, denn der private Geschäftspartner muss so kalkulieren, dass sich das Vorhaben für ihn rechnet. Grundsätzlich sollten sich die Kommunen die Option öffentlich-privater Partnerschaften offenhalten – um dann von Fall zu Fall entscheiden, ob diese einem Bauen in Eigenregie vorzuziehen sind.