10.01.2009 · Die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr zeigt, dass die Polizisten in Hessen gute Arbeit geleistet haben. Doch kurz vor der Landtagswahl reduzieren Politiker das Thema Sicherheit auf die Zahl der angestellten Beamten - zu Unrecht.
Von Katharina IskandarJedes Jahr das gleiche Spiel: Die Kriminalstatistik wird vorgestellt – mit beachtlichem Ergebnis. Und die Oppositionspolitiker von SPD und Grünen mosern. Entweder werfen sie wie im vergangenen Jahr der Regierung vor, die Zahlen aus purer Wahlkampftaktik absichtlich zu einem so frühen Zeitpunkt zu veröffentlichen – wobei die Frage zu klären ist, was daran besonders verwerflich wäre.
Oder sie veranstalten Rechenspiele. Diese drehen sich allerdings nicht darum, aus welchen Gründen dieses oder jenes Delikt häufiger oder seltener vorkommt, sondern es geht um Polizeistellen. Denn deren Zahl ist nach Ansicht von SPD und Grünen reduziert worden, was vom Innenministerium bestritten wird.
Aufklärungsquote bricht alle Rekorde
Dass diese komplexe Frage abermals pünktlich zum Wahlkampf zur Sprache kommt, wird der Sache wenig gerecht. Bislang ist es jedenfalls weder der einen noch der anderen Seite gelungen, das Publikum von der Richtigkeit der eigenen Rechnung zu überzeugen. Die einen operieren mit Stellen, die anderen rechnen mit Menschen, die sich die Stellen teilen oder sie ganz besetzen. Diese Details mag die Polizeigewerkschaft beurteilen können. Der Außenstehende interessiert sich für den wesentlichen Punkt: wie es um seine Sicherheit bestellt ist.
Und da leisten jene Beamten, die tatsächlich im Einsatz sind, offenbar gute Arbeit. Sicherlich werden sich viele von ihnen wünschen, einige Kollegen mehr zu haben, auf die die Arbeit verteilt werden könnte. Das wird sie aber nicht davon abhalten, stolz darauf zu sein, dass die Aufklärungsquote in der Kriminalstatistik alle Rekorde bricht. Nicht zuletzt mit Hilfe von Sonderkommissionen – sei es für die Internet-, Jugend- oder Diebstahlskriminalität – hat die Quote der ermittelten Straftäter erhöht werden können. Innenminister Volker Bouffier (CDU), der als Fachmann von den Beamten sehr respektiert wird, muss angesichts dieser Zahlen fast ein wenig traurig darüber sein, dass innere Sicherheit im Wahlkampf nur eine untergeordnete Rolle spielt.