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Kommentar Operation Schadensbegrenzung

15.04.2010 ·  Nun hat die Diskussion um Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule auch den Frankfurter Kinderschutzbund erreicht.

Von Stefan Toepfer
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Nun hat die Diskussion um Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule auch den Frankfurter Kinderschutzbund erreicht. Dessen Geschäftsführer war einst Schüler jener Schule und hatte 1999, als die Vorwürfe erstmals laut wurden, einen Leserbrief geschrieben, der nahelegt, er wolle die Geschehnisse verharmlosen.

Damals war er noch nicht beim Kinderschutzbund. Einen „Fehler“ nennt Lindemann diesen Brief an die „Frankfurter Rundschau“ heute, eine „Eselei“ der Vorstand des Kinderschutzbunds. Das trifft es ziemlich gut. Auch mit den jüngsten Einlassungen Lindemanns in der „Rundschau“ ist man beim Kinderschutzbund nicht gerade glücklich.

Ein neuer schwungvoller Geschäftsführer ist nötig

Es hilft nichts: Lindemann konnte in der Operation Schadensbegrenzung als Geschäftsführer einer Einrichtung einfach nicht gehalten werden, die vor allem vom Vertrauen von Ratsuchenden, zu denen auch missbrauchte Kinder gehören, und von dem der Spender lebt. Zumal, als im Raum stand, Lindemann schütze Täter – was dieser zurückweist. Aber letztlich standen der Ruf und die Zukunft der Institution über den Erwägungen des Vorstands, den Geschäftsführer, dessen Einsatz durchaus geschätzt wird, doch noch zu halten.

Der Kinderschutzbund braucht nach sieben Jahren Lindemann nun einen neuen schwungvollen Geschäftsführer. Aber es scheint noch mehr vonnöten zu sein. Das zeigen Gerüchte, nach denen es dem einen oder anderen sogar entgegengekommen sein mag, dass Lindemann nun nicht mehr beim Kinderschutzbund tätig ist, weil es schon vorher zu Differenzen gekommen sei. Und das zeigt der Rücktritt von drei Vorstandsmitgliedern – unter ihnen der Vorsitzenden.

Es darf keinen Leerlauf geben

So braucht der Verband nicht nur einen neuen Geschäftsführer, sondern auch einen neuen Vorsitzenden. Es scheint, als müssten künftig vor allem Absprachen besser getroffen und Kommunikationswege besser eingehalten werden. Alles andere erzeugt unnötigen Unmut.

In der aktuellen Situation darf eines nicht passieren: dass der Kinderschutzbund nicht mehr als hilfreiche Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern sowie als verlässlicher Partner anderer für das Kindeswohl tätigen Organisationen in der Stadt wahr- und angenommen wird. Es darf keinen Leerlauf geben. Dazu ist der Kinderschutzbund eine viel zu wichtige Einrichtung.

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Jahrgang 1965, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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