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Kommentar Ohne Titel

 ·  Die elitefreie Zone reicht vom Saarland bis vor die Tore Berlins. Kaum eine Rolle spielt in dieser Konkurrenz eine flächendeckend gute Lehre, und hier hat Mainz ebenso Nachholbedarf wie die Universität Frankfurt.

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Die elitefreie Zone reicht vom Saarland bis vor die Tore Berlins. Auf der Karte der Deutschen Forschungsgemeinschaft konzentrieren sich die Standorte der am Freitag prämierten Spitzen-Universitäten im Süden, im Nordwesten und im ferneren Osten der Republik. In der Landesmitte dagegen findet sich keine einzige Hochschule, die den begehrten Titel erringen konnte. Diese Ungleichverteilung hat die Gutachter der Exzellenzinitiative nicht gekümmert, und das ist richtig so. Auch wenn der Uni Mainz das Prädikat zu gönnen gewesen wäre - überraschend ist ihr Scheitern im Finale des Wettbewerbs nicht.

In den hessischen Universitäten hatte mancher den Kollegen jenseits des Rheins von Anfang an nur Außenseiterchancen zugebilligt. Und daraus sprach nicht nur der Neid auf die Mainzer, die es immerhin in die Endauswahl geschafft hatten, während die Nachbarn mit ihren „Zukunftskonzepten zum Ausbau der Spitzenforschung“ schon in der Vorrunde ausgeschieden waren.

Hervorragende Forscher für sich gewonnen

Die Gutenberg-Universität hat zweifellos ihre Qualitäten: Sie konnte ihren Campus in den vergangenen Jahren modernisieren, und vor allem in den Naturwissenschaften hat sie hervorragende Forscher für sich gewonnen, was im Wettbewerb mit der Bewilligung eines „Exzellenzclusters“ für die Physiker honoriert wurde. Auf anderen Gebieten fehlt es der größten rheinland-pfälzischen Uni allerdings noch an Strahlkraft, zumindest an jener, die die Exzellenz-Juroren gern sehen. Ohnehin kaum eine Rolle spielt in dieser Konkurrenz eine flächendeckend gute Lehre, und hier hat Mainz ebenso Nachholbedarf wie die andere Massenhochschule der Region, die Universität Frankfurt.

Dort dürfte dem Präsidenten Werner Müller-Esterl wenigstens ein kleiner Stein vom Herzen gefallen sein. Nach dem Scheitern der neuen Anträge schon in der Vorrunde wäre es blamabel gewesen, hätten die Gutachter auch noch einem der drei bestehenden Forschungsverbünde in den Lebens- und Geisteswissenschaften die Fortführung verweigert. Schließlich werden die Spitzenkräfte an den Frankfurter Uni-Standorten sogar mit eigenen Neubauten beglückt.

Graduiertenschule für Darmstadt

Nur mäßig zufrieden sein kann dagegen die Technische Universität Darmstadt mit ihrem Abschneiden in der Finalrunde. Sie hat zwar eine weitere Graduiertenschule genehmigt bekommen, dafür aber einen höher dotierten „Exzellenzcluster“ verloren. Ihr „Zukunftskonzept“ war wie das der Frankfurter schon in der Vorauswahl abgelehnt worden.

So müssen die beiden hessischen Vorzeige-Unis nun nach anderen Gelegenheiten suchen, um zu glänzen. In der Forschung natürlich. Aber gern auch auf einer Deutschlandkarte der Hochschulen mit der besten Lehre.

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Jahrgang 1969, Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

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