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Kommentar Oh, wie schön ist Frankfurt

27.06.2008 ·  Es sind Schulferien, die Schwimmbäder und Eisdielen werden voller, der Alltag folgt einer geringeren Schlagzahl. Man muss nicht in die Ferne schweifen. Eigentlich lässt es sich in der Stadt ganz gut leben.

Von Werner D’Inka
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Es tut doch immer wieder gut, von anderen bestätigt zu bekommen, was man längst wusste. So sagte dieser Tage ein weitgereister Mann aus dem Norden, wie schön das Frankfurter Mainufer (geworden) sei. Recht hat er. Und wer weiß, vielleicht kann er an gleicher Stelle im nächsten Sommer in einem Badeschiff schwimmen, denn er will auf jeden Fall wiederkommen.

In den Schulferien, wenn die Straßen leerer und die Eisdielen voller werden, wenn der Alltag einer geringeren Schlagzahl folgt, entdecken auch die Daheimgebliebenen und die Nochnichtweggefahrenen, dass es sich in der Stadt eigentlich ganz gut leben lässt. Bei den Benzinpreisen ist es ohnehin vernünftiger, mit dem Fahrrad den Main oder die Nidda entlangzufahren als mit dem Auto auf einen Rutsch bis nach Alicante. Dazu ist der Mensch sowieso nicht geschaffen.

Von Montag an wird es auch wieder ruhiger in der Stadt. Wer sich über hupende und singende Fußballfans geärgert hat, kann wieder bei geöffnetem Fenster schlafen. Und wird sich vielleicht sagen, so schlimm ist es nun auch wieder nicht gewesen. Die sich beklagen, sind ja ohnehin dieselben, die nach dem Italien- oder Spanienurlaub mit leuchtenden Augen erzählen, wie schön es doch sei, wenn sich das Leben bis tief in die Nacht auf der Piazza abspiele.

Wer sich in diesen Tagen dem süßen Müßiggang hingibt, könnte wieder einmal Janoschs illustrierte Kindergeschichte „Oh, wie schön ist Panama“ zur Hand nehmen. Da wird erzählt, wie Tiger und Bär eine leere Holzkiste aus dem Fluss fischen. Auf der steht „Panama“, und innen riecht sie nach Bananen. Jenes Land müsse man sich als eine Art Paradies vorstellen, in dem alles größer und schöner sei, meint der Bär. Sie brechen auf, fragen sich bei anderen Tieren durch – und kommen nach einer langen Reise wieder zu Hause an. In der Zwischenzeit waren die Bäume gewachsen, und der Fluss hatte die Brücke zerstört. Sie finden das „Panama“-Brett und sind so glücklich, dass sie gar nicht merken, dass sie wieder daheim sind. „Jeder lebte schon immer im Paradies, er hat es nur nicht gewusst“, sagt Janosch.

So gesehen, wird die Fußball-Nationalmannschaft schon noch merken, was ihr fehlt, wenn sie um Frankfurt einen Bogen macht, statt sich als Europameister auf dem Balkon des Römer zu zeigen.

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