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Kommentar Nur Transparenz wird helfen

22.07.2008 ·  Nun steht fest, dass der türkisch-pakistanische Verein sein neues Gebetshaus in Frankfurt-Hausen bauen darf. Läuft alles wie geplant, wird der drei Millionen Euro teure Gebäudekomplex aus Moschee und Gemeindezentrum Ende 2010 fertig sein.

Von Tobias Rösmann
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Es ging um Statik, Brandschutz und Parkplätze, aber eigentlich ging es um viel mehr. Zu emotional war der Bau einer dritten Moschee in Frankfurt-Hausen diskutiert worden, als dass gestern, am Tag, an dem die Stadt die Baugenehmigung schließlich erteilte, das rein Fachliche in den Vordergrund rücken konnte. Denn nun steht fest – nach einer neun Monate dauernden, intensiven Prüfung der Behörden –, dass der türkisch-pakistanische Verein sein neues Gebetshaus bauen darf. Läuft alles wie geplant, wird der drei Millionen Euro teure Gebäudekomplex aus Moschee und Gemeindezentrum Ende 2010 fertig sein.

Welch ein wichtiger Tag das für die Muslime in Frankfurt und vor allem für den Moscheeverein war, hat dessen Sprecher Ünal Kaymakci sofort erkannt. Und nicht nur das: Er hat die Chance genutzt, die Arme auszubreiten. Kaymakci dankte der Stadt für ihre Fairness in der politischen Auseinandersetzung der vergangenen Monate, und er dankte der Bauverwaltung für die Zusammenarbeit. Der Magistrat mag zwar das Erteilen einer Baugenehmigung als „ganz normal“ bezeichnen, doch zeigt Kaymakcis Erleichterung, dass die Zusage für ihn keineswegs selbstverständlich war.

Freiheit der Religionsausübung

In einer ersten Reaktion versprach er, zur Grundsteinlegung im Herbst alle Nachbarn und auch die übrigen Hausener einzuladen, ganz gleich, wie vehement sich manche gegen den Bau der Moschee engagiert haben mögen. Das gibt Anlass zu der Hoffnung, dass sich der Verein tatsächlich öffnen und einsetzen wird für Kontakte, Gespräche und ein Zusammenleben, das mindestens von gegenseitigem Respekt geprägt ist.

Die Kritiker tun gut daran, das Angebot zum Angstabbau nicht gleich auszuschlagen. Sie werden sich mit der Realität beschäftigen müssen, gegen die jede Fundamentalkritik sinnlos ist: In diesem Land, in dieser Stadt leben Muslime, von denen viele einen deutschen Pass haben. Dass die sich auf die Freiheit der Religionsausübung berufen können, die ihnen die deutsche Verfassung gewährt, ist selbstverständlich.

Repräsentative Moschee

Das bedeutet aber nicht, dass die Ängste vieler Bürger vor dem für sie fremden Islam ignoriert werden dürften. Hier muss der Moscheeverein Verantwortung übernehmen und sein Gemeindeleben für die Stadtgesellschaft öffnen. Gelingt das, kann die Gemeinde für andere islamische Einrichtungen Vorbild sein.

Dass jetzt eine Gruppe stets zum Dialog bereiter Muslime trotz massiven Widerstands eine repräsentative Moschee bauen darf, wird seine Wirkung nicht verfehlen. Die Botschaft ist klar: Wer mit offenen Karten spielt, ist willkommen.

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Jahrgang 1977, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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