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Kommentar Nur gemeinsam stark

 ·  Die finanzielle Not muss auch in Hattersheim erfinderisch machen. Nur durch Ehrenamtliche können Einbrüche bei den Qualitätsstandards gehalten werden. Und dann ist da noch der Rettungsschirm.

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Die finanzielle Not muss auch in Hattersheim erfinderisch machen. Gerade in jener Stadt, die sich immer gerne mit ihren sozialen Leistungen und dem herausragenden Kulturangebot schmückt, wird Sparen nun zur ersten Bürgerpflicht erkoren. Nur durch tätige Mithilfe von Ehrenamtlichen können massive Einbrüche bei den Qualitätsstandards - betrifft es nun die Öffnungszeiten von Büchereien oder Schwimmbad - künftig noch verhindert werden. Das gemeinsam von den Parlamentariern erarbeitete Haushaltssicherungskonzept zielt nicht nur auf ehrenamtlichen Einsatz ab, die Kommune wird den Bürgern künftig auch stärker in die Tasche greifen. Das tut den rot-grünen Koalitionspartnern besonders weh, aber die Stadt kann es sich nicht leisten, darauf zu verzichten.

Schon lange steht Hattersheim mit dem Rücken zur Wand. Und es liegt an der in Jahrzehnten aufgebauten Struktur der besonderen sozialen Fürsorge, wenn es Hattersheim finanziell noch schlechter geht als den Nachbarn entlang der Mainschiene wie Flörsheim oder Hochheim. Wurde in Hochheim lange das Sparen etwas übertrieben, so gaben die Hattersheimer noch das Geld mit vollen Händen aus, als längst der Haushaltsausgleich nicht mehr zu schaffen war.

Rettungsschirm als Ausweg

Der Rettungsschirm des Landes, unter dem Hattersheim immerhin 21 Millionen Euro als einzige Main-Taunus-Kommune erhalten könnte, scheint vor diesem Hintergrund der einzig sinnvolle Ausweg. Zwar wäre dieser Schritt mit hohen Sparauflagen verbunden. Um drastische Einschränkungen kommunaler Leistungen kommt das Mainstädtchen aber ohnehin nicht herum.

Garantien, ob die eingeleiteten Bemühungen - unter oder außerhalb des Rettungsschirms - letztlich fruchten, gibt es allerdings nicht. Sollte ein weiterer großer Gewerbesteuerzahler die Stadt verlassen, wären auf einen Streich alle in vielen Sitzungsstunden einvernehmlich beschlossenen Sparansätze Makulatur. Dann würde keiner mehr nur über reduzierte Öffnungszeiten, sondern eben doch über die Schließung des Freibads sprechen. Das Auf und Ab der Wirtschaft haben die Hattersheimer eben - selbst wenn sie fest zusammenhalten - nicht in der Hand.

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Jahrgang 1960, Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

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