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Samstag, 18. Februar 2012
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Kommentar Nun ist es gut

16.02.2010 ·  Lieber Winter, es reicht. Du hast nun zu Genüge bewiesen, dass die Sache mit der Erderwärmung nicht wirklich stimmen kann. Es reicht mit klammen Fingern, mit nassen Füßen, mit Beinahe-Stürzen, mit Kälteorgien beim Karneval, vorm Bus, im Stadion.

Von Peter Lückemeier
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Lieber Winter, es reicht. Du hast nun zu Genüge bewiesen, dass die Sache mit der Erderwärmung nicht wirklich stimmen kann. Es reicht mit klammen Fingern, mit nassen Füßen, mit Beinahe-Stürzen, mit Kälteorgien beim Karneval, vorm Bus, im Stadion. Wir wollen auch keine morgendlich eisigen Lenkräder mehr in Händen halten und können längst keinen Glühwein mehr riechen.

Okay, Winter, wenn es sein muss, bring halt noch einmal Eisregen, aber dann soll bitte Tief „Susanne“ für Tauwetter sorgen, und zwar lange, lange anhaltend. Wir fordern Krokusse statt Streusalz, freie Fahrt statt Winterreifen, aufrechten Gang statt Schlittern, Sonne im Herzen statt Granulat unterm Schuh. Wir wollen auch nicht mehr dieses hässliche Schuhwerk sehen, in denen die Hälfte der Menschheit unterwegs ist, es gibt schließlich ein Menschenrecht auf Pumps. Das mit dem Vogelfutter geht auch allmählich ins Geld, wobei der Anblick so seltener Wundertiere wie Rotkehlchen, Blaumeisen und Buchfinken eigentlich noch das Schönste am Winter ist. Überdies wird mit dem Kauf jedes Meisenknödels das ökologische Gewissen noch reiner als beim Getrenntmüllsammeln.

Armutszeugnis für die Hauptstadt

Und dann müssen wir dir, Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), noch Abbitte leisten. Zwar ist nichts davon zurückzunehmen, dass du die Straßen nicht so schnell wintersauber kriegst wie die meisten Gemeinden im Taunus, da musst du weiter üben. Aber gegenüber der Leistung deiner Berliner Kollegen bist du traumhaft! Wer nämlich in diesen Tagen über Berliner Bürgersteige laufen musste, der fühlte sich ins Mittelalter versetzt: überall eine zentimeterdicke Eisschicht, selbst im Regierungsviertel und auf dem Kurfürstendamm. Ein Albtraum für alte Menschen oder Behinderte und ein Armutszeugnis für die Hauptstadt, das können sie ja selbst in Bonn besser.

Also, Winter, mach dich vom Trottoir und lass dich lange, lange nicht mehr blicken. Aber wahrscheinlich ist es mit dir wie mit Peter Maffay – keiner will euch, aber ihr kommt halt beide immer wieder.

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