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Kommentar Nicht zurücklehnen

18.01.2010 ·  Seit elf Jahren wird Hessen sicherer. Gründe dafür gibt es viele. Vor allem aber setzt die hessische Polizei seit Jahren auf den Ausbau von Fachkommissariaten und Prävention, was sich etwa in der Jugendkriminalität schon bewährt hat.

Von Katharina Iskandar
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Elf Jahre ist Innenminister Volker Bouffier (CDU) mittlerweile im Amt. Seitdem hat sich die Kriminalstatistik stetig verbessert – hin zu einer „Rekordaufklärungsquote“ von 57,8 Prozent. Nun sagen Zahlen natürlich wenig über das Sicherheitsempfinden der Bürger aus, dennoch kann man unter dem Strich festhalten: Hessen ist sicherer geworden.

Gründe dafür gibt es viele. Kriminalisten führen ein solches Ergebnis gern auf die Fortschritte der Spurensicherung zurück. Je besser die Möglichkeiten sind, Spuren zu erfassen und auszuwerten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, der Täter habhaft zu werden – und damit wiederum weitere Straftaten zu verhindern. Dass diese Rechnung aufgeht, belegt die DNS-Statistik: In 1713 Fällen ist es im vergangenen Jahr gelungen, Straftäter anhand genetischer Spuren zu überführen. Unter den Treffern waren 21 Tötungsdelikte, 14 Sexualdelikte, 125 Fälle von Raub und Erpressung sowie 1287 Diebstähle.

Ausbau von Fachkommissariaten und Prävention

Vor allem aber setzt die hessische Polizei seit Jahren auf den Ausbau von Fachkommissariaten und Prävention, was sich etwa in der Jugendkriminalität schon bewährt hat. Sicher ist die in der aktuellen Statistik ausgewiesene Zahl von 5022 Tatverdächtigen im Alter zwischen 8 und 21 Jahren keinesfalls zufriedenstellend, aber sie geht zurück, was nicht zuletzt an der Arbeit der Fachkommissariate liegt, die etwa in Frankfurt mit großem Aufwand jugendliche Intensivtäter beobachten und betreuen.

Bewähren müssen sich die Fachkommissariate nun aber auch bei dem wohl derzeit drängendsten Problem: der Internetkriminalität. Sicher muss in erster Linie jeder selbst dafür sorgen, dass sein Computer mit Hilfe von Virenprogrammen vor Schadsoftware geschützt ist und Online-Zahlungen nur verschlüsselt erfolgen. Dennoch gilt auch hier: Es kann nicht nur dem Bürger überlassen bleiben, für seine Sicherheit zu sorgen. Hinter den zahlreichen Fällen von Daten-Diebstählen und -missbräuchen stehen organisierte Banden. Diese zu ermitteln ist Aufgabe der Polizei. Ob das gelingt, wird wahrscheinlich noch nicht in einem Jahr zu sehen sein, wohl aber in drei oder fünf Jahren. Und dann wird neu Bilanz gezogen.

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