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Kommentar Nicht das Ende

09.06.2009 ·  Erst in der Krise wird manchem klar, welch ein starker Standort das Rhein-Main-Gebiet für Arcandor ist. Neben der Neckermann-Beteiligung und den Kaufhäusern finden sich mit Thomas Cook und Hess-Natur zwei ertragsstarke Unternehmen des Konzerns.

Von Manfred Köhler
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Könnte sein, dass bei Neckermann an der Hanauer Landstraße in Frankfurt mancher aufgeatmet hat, dass dieses Unternehmen mehrheitlich einem der amerikanischen Finanzinvestoren gehört, die in Deutschland sonst gerne mit Ungeziefer verglichen werden. Denn der Verkauf der Mehrheit der langjährigen Tochter von Arcandor, vormals Karstadt-Quelle, an Sun Capital in Florida hat dem Frankfurter Traditionsbetrieb zwar auch noch nicht den erhofften Aufschwung beschert, erspart ihm jetzt aber zumindest, in den Strudel der Arcandor-Insolvenz gerissen zu werden.

Die nach Tausenden zählenden Mitarbeiter in den Karstadt-Filialen des Rhein-Main-Gebiets können sich nicht auf diese Weise trösten. Vor ihnen liegen mindestens Wochen, wahrscheinlich aber Monate der Unsicherheit darüber, was aus den Häusern wird. Fast überall, in Frankfurt, Wiesbaden und Mainz, in Darmstadt und selbst im Main-Taunus-Zentrum, ist wenige Schritte entfernt ein Kaufhof zu finden, manchmal sogar in Sichtweite. Daher wird es eine Auslese der Standorte geben, aber in einer solch wohlhabenden Region wie dem Ballungsraum Frankfurt sind die Perspektiven der Häuser und damit ihrer Beschäftigten doch ungleich besser als die ihrer Kollegen im Ruhrgebiet oder im Osten Deutschlands.

Erst in der Krise wird manchem klar, welch ein starker Standort das Rhein-Main-Gebiet für Arcandor ist. Neben der Neckermann-Beteiligung und den Kaufhäusern finden sich in Oberursel mit Thomas Cook und in Butzbach mit Hess-Natur zwei ertragsstarke Unternehmen des Konzerns. Für beide werden schon Kaufinteressenten genannt.

So mag die Insolvenz das Ende des Arcandor-Konzerns bedeuten, und das ist tragisch genug. Doch es ist nicht das Ende für alle Arbeitsplätze, erst recht nicht im Rhein-Main-Gebiet. Und wer als Kunde Karstadt nachtrauert, darf sich fragen lassen, warum er nicht öfter dort eingekauft hat. Größere Nachfrage hätte dem Konzern in der Tat manches erspart.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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