27.05.2009 · „Kinder sind uns viel wert, wie viel sind wir Euch wert?“ So ist dieser Tage auf Plakaten streikender Erzieherinnen (und ihrer vergleichsweise wenigen männlichen Kollegen) zu lesen. Im ganzen Bundesgebiet legen sie gemeinsam mit Sozialarbeitern derzeit wieder ihre Arbeit nieder. Doch was kommt nach dem Streik?
Von Stefan Toepfer„Kinder sind uns viel wert, wie viel sind wir Euch wert?“ So ist dieser Tage auf Plakaten streikender Erzieherinnen (und ihrer vergleichsweise wenigen männlichen Kollegen) zu lesen. Im ganzen Bundesgebiet legen sie gemeinsam mit Sozialarbeitern derzeit wieder ihre Arbeit nieder, in Hessen waren es am Mittwoch insgesamt 2500.
„Euch“ – das sind zunächst einmal die Kommunen als Arbeitgeber und als Träger von Kindertagesstätten. Und da gibt es, nimmt man die Entlohnung als Gradmesser für die Wertschätzung einer Arbeit, durchaus Unterschiede. Gut ist es, wenn Städte von sich aus mehr tun und Erzieherinnen bei der Einstellung mehr zahlen. Frankfurt handelt so, und auch sonst nimmt die Stadt viel Geld in die Hand, um die Situation in der Betreuung und Bildung von (Klein-) Kindern zu verbessern.
Der Streik soll am Donnerstag zu Ende gehen. Und dann?
Erzieherinnen möglichst attraktive Bedingungen zu bieten wird im Wettbewerb der Kommunen immer wichtiger: Allein Frankfurt sucht bis zum Jahr 2013 rund 4400 Erzieherinnen, für Kindergarten- wie für Kleinkinder. Ein gutes Betreuungsangebot wiederum macht eine Kommune als Wohnort für Eltern interessant, die ihre Kinder während der Arbeitszeit gut aufgehoben wissen wollen.
Von dem „Euch“ auf dem Plakat könnte sich aber auch jeder angesprochen fühlen. Sicher kann man sagen, die einen besseren Gesundheitsschutz fordernden Erzieherinnen müssten Kinderlärm ertragen können – Beschwerden als Genörgel abzutun ist aber kein Zeichen von Wertschätzung. Und: Die Meinung, Erzieherinnen spielten ja nur mit den Kindern, gibt es offenbar immer noch. Das ist, gelinde gesagt, erstaunlich.
Der Streik soll am Donnerstag zu Ende gehen. Und dann? Arbeitgeber und Verdi konnten sich bei ihren Verhandlungen gestern nicht einigen. Nun sei eine „neue Strategie“ nötig, sagt der Sprecher von Verdi Hessen. Auch er weiß, dass das Verständnis der Eltern inzwischen an seine Grenze gekommen sein dürfte. Eine umfassende Betreuung ihrer Kinder ist auch ihnen viel wert.