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Kommentar Lizenz zum Gelddrucken

 ·  Dass sich der Chef der Licher-Brauerei über den Stil beschwert, in dem sich die Eintracht für einen neuen Getränke-Partner entschieden hat, ist so verständlich wie vergeblich. Über Stilfragen wird erst diskutiert, wenn der Erfolg ausbleibt.

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Am Ende, das ist Sport und Wirtschaft gemein, zählt nur das Ergebnis. Aus Sicht der Eintracht Frankfurt Fußball AG kann sich das Resultat sehen lassen. Am Donnerstag wird das Fußball-Unternehmen aller Voraussicht nach die Krombacher-Brauerei als neuen Trikot-Sponsor vorstellen. Für Licher ist somit kein Platz mehr im Stadion im Stadtwald. Mit dem prominenten Platz auf der Spielerbrust übernimmt Krombacher auch den begehrten Platz hinter dem Tresen.

Auch wenn in den VIP-Logen der modernen Stadien längst Champagner zum Angebot gehört und der Fußball mehr und mehr zum Ereignis für die ganze Familie wird: Die Weisheit von Karl-Heinz Rummenigge, dem Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern, ist noch gültig. Drei Dinge gehören zusammen, hat er gesagt: „Fußball, Bratwurst und Bier.“

Großer Ausschankraum

Geht es nach den Bierbrauern, wird das so bleiben. Das gilt umso mehr in Zeiten eines schrumpfenden Biermarkts. 2011 tranken die Deutschen Statistiken zufolge 101,4 Liter Gerstensaft. 2003 waren es noch 117,8 Liter gewesen. Angesichts dessen mutet das Schankrecht in einem Stadion, das rund 50.000 Zuschauern Platz bietet, an wie eine Lizenz zum Gelddrucken. Denn während es Raucher immer schwerer haben, ein öffentliches Plätzchen zum Qualmen zu finden - in den Stadien der Europameisterschaft galt Rauchverbot -, wird der Bierkonsum allenfalls zu sogenannten Risikospielen eingeschränkt.

Dass sich daran etwas ändern wird, steht derzeit nicht zur Diskussion. Zu gut verdienen Vereine und Verbände an der Zusammenarbeit mit den Brauereien. Ihrer Glaubwürdigkeit als wichtige Akteure in der Jugendarbeit scheint das kaum zu schaden. Die Zeiten, in denen Spieler als besonders cool galten, wenn sie auch an der Theke ihren Mann stehen können, sind vorbei. Heute zählt bei den jungen Fans eher, welche Frisur die Stars tragen.

Dass sich der Chef der Licher-Brauerei über den Stil beschwert, in dem sich die Eintracht für einen neuen Getränke-Partner entschieden hat, ist so verständlich wie vergeblich. Denn auch das haben Sport und Geschäft gemeinsam: Über Stilfragen wird erst diskutiert, wenn der Erfolg ausbleibt.

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Jahrgang 1985. Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

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