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Kommentar Kultureller Grenzabbau

23.08.2008 ·  Die Erkenntnis, dass interkulturelles Wissen an Bedeutung gewinnt, ist nicht neu. Auch nicht bei der Polizei. Sie tut gut daran, die kulturelle Kompetenz ihrer Beamten weiter zu fördern und Ausländer gezielt für den Beruf zu gewinnen.

Von Katharina Iskandar
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Die Erkenntnis, dass interkulturelles Wissen an Bedeutung gewinnt, ist nicht neu. Auch nicht bei der Polizei. Das Verbrechen von Rüsselsheim hat diese Erkenntnis auf dramatische Weise bestätigt. Denn es geht nicht bloß um die Frage, ob die Beamten beim Besuch einer muslimischen Familie den angebotenen Tee ablehnen dürfen oder nicht, und auch nicht allein um die sprachliche Verständigung.

Vielmehr geht es bei der Aufklärung einer solchen Tat darum, welchen kulturellen Gepflogenheiten sich ein hier seit Jahren lebender Migrant noch verpflichtet fühlt. Es geht um Denkmuster und nicht zuletzt auch um tief verankerte Anschauungen über die Ehre.

Landsleute finden am ehesten den Zugang zueinander

Deshalb tut die Polizei gut daran, die kulturelle Kompetenz ihrer Beamten weiter zu fördern und Ausländer gezielt für den Beruf zu gewinnen. Auch die Entscheidung des Innenministeriums, im Polizeidienst mehr Islamwissenschaftler zu beschäftigen, geht in die richtige Richtung. Denn man hat erkannt, dass ihr Wissen nicht nur wertvoll ist, um eine terroristische Bedrohung einschätzen zu können. Noch wichtiger ist jedoch der Einsatz von Ausländerbeauftragten, die den Kontakt zu Moscheevereinen und türkischen Gemeinden pflegen und wissen, wie sie an muslimische Familien herantreten können.

Letztlich finden Landsleute am ehesten den Zugang zueinander. Und sie haben Einfluss – der möglicherweise verhindert, dass es in Fällen wie Rüsselsheim zu weiteren Straftaten kommt.

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