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Kommentar Kirche in der Identitätskrise

03.06.2008 ·  Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau befindet sich derzeit in einer Art Identitätskrise. Ein Streitpunkt ist die neue Verfassung, die sich die Landeskirche geben will.

Von Stefan Toepfer
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Wer auch immer Nachfolger von Kirchenpräsident Peter Steinacker werden wird: Er wird es nicht leicht haben. Denn die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) befindet sich derzeit in einer Art Identitätskrise, die zu bewältigen auch die Aufgabe des neuen Mannes an der Spitze sein wird.

Ausweis dieser Krise ist erstens die Diskussion um die neue Verfassung, die sich die Landeskirche geben will und die Änderungen vorsieht, die, so sagen Gegner des Entwurfs, nicht zur EKHN passten. Unter ihnen sind auch prominente Kritiker wie der Synodenpräses Karl Heinrich Schäfer. Er sieht keine Gründe dafür, das Leitende Geistliche Amt abzuschaffen und die Stellung eines Bischofs zu stärken. Mehr noch: Schüfe die EKHN das Leitende Geistliche Amt, das kollektive Führungsorgan, ab, missachtete sie ihr historisches Erbe, findet Schäfer.

Synode hat echte Wahl

Mit gewichtigen Kritikern wie ihm wird sich auch der neue Kirchenpräsident auseinandersetzen müssen. Zu wünschen ist der EKHN, dass dies in einem besseren Klima geschieht als es derzeit herrscht – ein zweiter Hinweis auf die kriselnde Kirche. Für seine deutliche Kritik an Steinacker im Zusammenhang mit der Verfassungsdebatte hat sich Schäfer gestern zwar öffentlich entschuldigt – in der Sache dürfte er vermutlich nach wie vor derselben Meinung sein. Künftig muss aus dem Neben- oder gar Gegeneinander von Synodenpräses und Kirchenpräsident ein Miteinander werden.

Ein dritter Krisen-Indikator: Namhafte Kirchenmitglieder konstatieren eine innerhalb der Landeskirche herrschende „Wagenburgmentalität“ und eine mangelnde Bereitschaft, sich in gesellschaftspolitisch relevanten Themen zu positionieren. „Die Kirche hungert nach einem neuen Impuls“, heißt es.

Wer diesen Hunger stillen können soll, wird am 27. September feststehen, dem Tag der Wahl von Steinackers Nachfolger. Die drei profilierten Kandidaten Wolfgang Gern, Volker Jung und Sigurd Rink bringen für diese Aufgabe ihre je eigenen Charismen mit. Die Synode hat eine echte Wahl.

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Jahrgang 1965, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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