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Kommentar Kein schlechtes Omen

01.02.2012 ·  Der vorgebliche Retter der Offenbacher Manroland AG kommt aus dem am stärksten deindustrialisierten Land Europas. Das muss kein schlechtes Omen sein - im Gegenteil.

Von Anton Jakob Weinberger
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Es ist eine bemerkenswerte Pointe: Der vorgebliche Retter der Offenbacher Manroland AG, die Langley Holdings PLC, kommt aus dem am stärksten deindustrialisierten Land Europas, aus England. Das muss kein schlechtes Omen sein. Der Investor, dem der Gläubigerausschuss des insolventen Druckmaschinenherstellers gestern den Zuschlag zum Kauf des weltweit zu den führenden Anbietern zählenden Werks erteilte, gilt als "grundsolide".

Gleichwohl ist der 1. Februar 2012 in der Firmengeschichte der 1871 von Louis Farber und Adolf Schleicher in Offenbach gegründeten Firma "Associationsgeschäfte zur Fabrikation von lithographischen Schnellpressen etc." eine historische Zäsur: Mit dem gestrigen Tag ist die Verbindung zum MAN-Konzern gekappt. 1979 war das seinerzeit unter "Roland Offset- und Maschinenfabrik Faber & Schleicher" firmierende Offenbacher Unternehmen mit der "Augsburger M.A.N.-Druck- und Maschinenbau" verschmolzen worden.

Der MAN-Konzern gliederte das chronisch defizitäre Unternehmen zwar 2006 aus. Doch die Übernahme der Aktienmehrheit durch den Allianz-Finanzinvestor ACP führte nicht zum erhofften Börsengang. Dass mit Markus Rall im vergangenen Oktober der im Manroland-Vorstand für die Bogensparte Verantwortliche das Unternehmen verließ, war ein Alarmsignal, denn Vorstandsvorsitzender Gerd Finkbeiner wollte nach der sukzessiven Verlagerung der Konzernzentrale vom Stammsitz Offenbach nach Augsburg auch die Produktion der Bogenmaschinen dorthin versetzen.

Mit dem britischen Käufer hat der Bogenstandort Offenbach wieder eine Chance. Das bisherige Engagement des Investors in deutsche Unternehmen war jedenfalls auf Dauer angelegt. Ob die Beschränkung des Angebots auf Druckmaschinen des mittleren und großen Formats das Unternehmen im Alleingang in die Gewinnzone bringen kann, wie die IG Metall erwartet, ist ungewiss. Sicher ist, dass zusätzliche Geschäftsfelder erschlossen werden müssen. Den verbliebenen 824 "Roländern" steht eine weitere Bewährungsprobe bevor.

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Jahrgang 1949, Korrespondent für die Rhein-Main-Zeitung mit Sitz in Offenbach.

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