Den Managern der Krankenhäuser in öffentlichem Besitz bläst der Wind von vielen Seiten ins Gesicht. Es ist nicht allein die neueste Ergebnisausschüttung der Politiker in der Dauergesundheitsreform, die ihnen das Leben schwermacht, sondern auch die zunehmende Konkurrenz privater Einrichtungen, die zwar zum Leidwesen des Personals die Kostenschraube hart anziehen, die komplexen Strukturen solcher Häuser aber doch ohne falsche Sentimentalität auf Effizienz trimmen. Selbst Gewerkschafter, denen Aktiengesellschaften als Krankenhaus-Betreiber gemeinhin als besonders fiese Erscheinungsform des Großkapitals erscheinen, loben hinter vorgehaltener Hand deren Professionalität.
Besonders schwer haben es dabei die Manager der Frankfurter Universitätsklinik, müssen sie sich doch, wenn auch keineswegs gewollt, mit der Universitätsklinik Gießen-Marburg messen, auf die sich derzeit alle Blicke richten - ist sie doch die erste Universitätsklinik Deutschlands überhaupt in privatem Besitz. Dort ist für 2007 die Rückkehr zu schwarzen Zahlen angekündigt, nachdem 2005 noch ein Verlust von 15 Millionen Euro angefallen war; dieses Jahr soll er nur noch halb so hoch sein.
Schwierige Flucht nach vorn
Die millionenschweren Mehrbelastungen, von denen nun im Falle Frankfurts die Rede ist - Gesundheitsreform, Strom, Mehrwertsteuer, Gehälter -, sind dem Grunde nach für alle Krankenhäuser gleich. Die Frage ist, wie damit umgegangen wird. Daß die satten Tariferhöhungen der Ärzte nun manche von ihnen den Job kosten werden (natürlich die jüngeren mit befristeten Verträgen, nicht die saturierten Chefärzte), war zu erwarten gewesen. Womöglich aber ist die Lage in Frankfurt besonders angespannt, was besondere Einschnitte erfordert. Das ist mit aller Vorsicht zu formulieren, denn die Wirtschaftsergebnisse einer Anstalt des öffentlichen Rechts wie der Uniklinik müssen nicht veröffentlicht werden, wiewohl diese der Allgemeinheit gehört.
Man wird sehen, wie sich das Frankfurter Management im Vergleich zu dem in Mittelhessen schlägt. Eine Flucht nach vorn, also der Versuch einer Umsatz- und damit auch Ergebnissteigerung, ist schwierig, weil man sich dann rasch im Dickicht der Gesundheitsplanwirtschaft verheddert, die derlei eigentlich nicht vorsieht. Allein durch die Behandlung von schwerreichen Arabern aber lassen sich Kliniken auch nicht retten. Vielleicht liegt das Heil vorerst tatsächlich in verstärkten Kooperationen, wie sie kleinere Krankenhäuser längst überall organisieren. Von der Universitätsklinik Frankfurt zu der in Mainz etwa ist es ja nur ein Katzensprung.
Satte Gehaltserhöhungen
harald schneider (asklepion)
- 04.11.2006, 07:32 Uhr