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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Höchst schwierig

 ·  Noch ist der Spielbetrieb in der Jahrhunderthalle für drei, vier Jahre gesichert. Aber über Lösungen muss man schon jetzt nachdenken. Sonst hämmert irgendwann ein verzweifelter Hallenbetreiber an die Türen des Frankfurter Stadtkämmerers und Kulturdezernenten und bittet um Subventionen.

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Die großen Symphonieorchester gastieren nicht mehr in der Jahrhunderthalle Höchst. Seit die Hoechst AG zu existieren aufgehört hat und ihre Konzerthalle - einst ein Jubiläumsgeschenk an die Belegschaft - für eine Mark an die Deutsche Entertainment AG ging, muss sich der Spielbetrieb finanziell tragen. Mit ihrem Gemischtwaren-Angebot von populärer Unterhaltung jeder Art haben die Betreiber der Halle Erfolg. Die Hoechst AG musste damals bei durchschnittlich 130 000 Zuschauern jedes Jahr einige Millionen zuschießen. Jetzt macht die Jahrhunderthalle bei 300 000 Besuchern Gewinne. Keine Millionengewinne, aber immerhin. Die Halle wird weiter bespielt, für Frankfurt und die Region bedeutet das einen kulturellen Mehrwert.

Jetzt hat der Betreiber Alarm geschlagen: Er könne die anstehende Modernisierung des Hauses nur finanzieren, wenn er Baugrundstücke vor der Halle verkaufen könne. Die Hoechst AG hat damals der DEAG bewusst Flächen um die Halle als eine Art Aussteuer mitgegeben, damit diese den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes auch in ferneren Zeiten gewährleisten könne. Diese Rechnung geht nicht mehr auf, seit die Stadt ihre Planungen zur Bebauung des Silo-Gebiets wegen der scheinbar zu engen Nähe zu den Chemieanlagen des Industrieparks Höchst gestoppt hat.

Die DEAG versucht jetzt, mit Hilfe eines Gutachters die Gefährdungspotentiale noch einmal neu bewerten zu lassen. Sie hofft, dass ein neues Gutachten den Weg zu einer Bebauung eröffnet. Warum das Regierungspräsidium dem Gutachter, immerhin ein renommierter Mitarbeiter einer Bundesanstalt, nicht alle nötigen Informationen gibt, ist nicht so recht nachzuvollziehen. Glaubt man bei der Behörde und beim Industriepark-Betreiber Infraserv ernsthaft, dieser Sachverständige würde Betriebsgeheimnisse an die Konkurrenz verraten und Baupläne an Terroristen veräußern? Jetzt muss ein Richter die Sache klären. Gibt es wirklich keinen anderen Weg?

Auf jeden Fall ist die Lage alles andere als einfach. Noch ist der Spielbetrieb in der Jahrhunderthalle für drei, vier Jahre gesichert. Aber über Lösungen muss man schon jetzt nachdenken. Sonst hämmert irgendwann ein verzweifelter Hallenbetreiber an die Türen des Frankfurter Stadtkämmerers und Kulturdezernenten und bittet um Subventionen.

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Jahrgang 1954, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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