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Kommentar Harte Probe für den Optimisten

14.11.2006 ·  von Jochen Remmert

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Einmal mehr wird der Frankfurter Flughafenbetreiber ein Jahr mit hervorragenden Zahlen abschließen. Daran wird sich auch in den verbleibenden anderthalb Monaten wohl kaum noch etwas ändern. Trotzdem scheint es sogar einem fast ehernen Optimisten wie Wilhelm Bender nicht mehr ganz so leicht zu fallen, Zuversicht zu demonstrieren.

Zumindest war es gewiß kein reiner Zweckpessimismus, als er sich erstmals seit Jahren bei einer Bilanzvorlage nicht mehr auf ein wenigstens grobes Datum für die Fertigstellung der geplanten Nordwestlandebahn festlegen mochte. Daß Ausbaugegner vor Gericht für Verzögerungen sorgen, hat Bender früher nicht davon abgehalten, ein Zieldatum zu formulieren. Wieso nun die zu erwartenden Stoppanträge beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel gegen den ebenfalls zu erwartenden Planfeststellungsbeschluß?

Vielleicht ist es Bender ja leid, sich unentwegt gegen Gegner zu stemmen, die die naive Ansicht vertreten, der Flughafen müsse nicht wachsen, um erfolgreich im weltweiten Wettbewerb der Luftdrehkreuze zu sein. Es wäre verständlich: Da legt ein Manager immerzu gute bis sehr gute Zahlen vor, weist auch für den Standort Frankfurt eine nahezu stetig wachsende Zahl von Beschäftigten im Konzern aus - nur wachsen dürfen soll sein Haus nicht mehr.

Daß bei der Planung der Erweiterung bis hin zur Frage, welche der Varianten auch langfristig die richtige sei, mancher Fehler gemacht wurde, mag stimmen. Das alles ist aber Schnee von gestern. Die einzige realistische Ausbauvariante ist nun die Nordwestbahn, und die sollte so rasch wie möglich kommen. Denn Bender wies gestern zu Recht darauf hin, daß etliche Großflughäfen der Welt zur Zeit ausbauen oder das zumindest planen. Und viele Megadrehkreuze, wie Frankfurt eines werden könnte, braucht die Welt nicht, wie eine vielbeachtete Studie der Boston Consulting Group schon vor zwei Jahren festgestellt hat.

Wenn sich Bender also angesichts schier endloser Genehmigungsverfahren in Deutschland langsam ernsthafte Sorgen um die Konkurrenzfähigkeit Frankfurts im internationalen Wettbewerb der Luftfahrtwirtschaft macht, dann aus gutem Grund. Daß auch der Vorstandschef des Fraport-Hauptkunden Lufthansa, Wolfgang Mayrhuber, allenthalben nach schnelleren Verfahren ruft, kann Bender da wohl auch nicht hinreichend trösten. Zumindest dann nicht, wenn sich trotzdem in Deutschland nichts ändert.

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