23.07.2008 · Das Ergebnis fiel klarer aus als gedacht: Eine Dreiviertelmehrheit des Senats der Frankfurter Universität hat sich damit einverstanden erklärt, Josef Ackermann und Wilhelm Bender zu Honorarprofessoren zu ernennen. Beide tun der Hochschule gut.
Von Sascha ZoskeDas Ergebnis fiel dann doch klarer aus als gedacht: Eine Dreiviertelmehrheit des Senats der Frankfurter Universität hat sich damit einverstanden erklärt, Josef Ackermann und Wilhelm Bender zu Honorarprofessoren zu ernennen. Noch gestern Morgen hatte es den Anschein gehabt, als sei insbesondere die Ehrung für Ackermann gefährdet. Von Unmut unter Professoren und Studenten war die Rede und vom angeblichen Vorhaben eines Senatsmitglieds, eine geheime Abstimmung zu beantragen. Allzu vehement kann zumindest die professorale Abneigung gegen den Deutsche-Bank-Chef nicht gewesen sein – wenn vielleicht auch mancher nur deshalb zugunsten Ackermanns die Hand gehoben hat, weil er der Universität nach dem 2005 gescheiterten ersten Anlauf in der Sache eine Blamage ersparen wollte.
Wie auch immer: Die beiden neuen Professoren tun der Hochschule gut. Mögen Gewerkschafter und AStA-Vertreter Ackermann noch so oft als kaltherzigen, raffgierigen Arbeitsplatzvernichter beschimpfen – der Schweizer ist ein erfolgreicher Manager, der sein Geldinstitut bisher besser durch die Finanzkrise gebracht hat als manche seiner Kollegen die ihrigen. Die Frankfurter Wirtschaftsstudenten, für die er schon seit längerer Zeit Seminare gibt, können viel von ihm lernen. Auch für das Ansehen der Universität in Fachkreisen kann es nur förderlich sein, wenn der Vorstandsvorsitzende einer Großbank zu ihrer Dozentenschaft zählt. Ackermanns Rolle in der Mannesmann-Affäre darf man kritisieren, aber er ist nicht vorbestraft, und würde eine Universität allen irgendwie „umstrittenen“ Persönlichkeiten die Lehrerlaubnis verweigern, wäre es in den Hörsälen sehr langweilig.
Gegen die Beförderung des Fraport-Vorstandschefs Bender ließe sich einwenden, dass dessen Bezug zur Forschung noch etwas schwächer ist als der von Ackermann, der immerhin Assistent an der Elitehochschule Sankt Gallen war. Aber wissenschaftliche Leistungen im engeren Sinne setzen die Richtlinien für die Ehrenprofessur nicht voraus. Und inflationär wird sie eher dadurch, dass das Land sie inzwischen ebenfalls vergibt, etwa an verdiente Mäzene. Die sind auch des Lobes wert, aber es gibt Orden und besser geeignete Titel als den „Prof. h. c.“, um ihm Ausdruck zu verleihen.