Es gäbe Wichtigeres in Frankfurt als einen „Hafenpark“, und doch ist er notwendig. Die vier Hektar am Osthafen sind der kommode politische Preis dafür, dass die Grünen ihren Widerstand gegen zwei Vorhaben aufgegeben haben, die für die Stadtentwicklung von ungleich größerer Bedeutung sind.
Das Museum der Weltkulturen bleibt und bekommt eine Entwicklungsgarantie dort, wo es ist, nämlich am Museumsufer. Hatte das Widerstreben der Grünen ohnehin immer etwas Schrulliges – für die Museumserweiterung müssen vielleicht wenige Bäume gefällt werden –, so ist die Zustimmung zum Bau eines Hochhauses am Hauptbahnhof ein Clou. Drei Jahrzehnte lang hatte die Verhinderung gerade dieses Hochhauses zu den Folkore-Mythen der Frankfurter Grünen gehört. Nun kann der „Campanile“ schier gar nicht hoch genug werden.
Kraftmaschine Markus Frank und Olaf Cunitz
Kühl räumen die Grünen Positionen, für die sich zu verkämpfen ihnen langfristig keinen Gewinn verspricht. Diejenigen in der CDU, die mit den Grünen fremdeln, sind nicht verstummt, und nach der nicht mehr so fernen nächsten Kommunalwahl wird die Koalitionsfrage neu gestellt. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Oesterling winkt mit dem Zaunpfahl, wenn er sagt, diese Lösung in Sachen Museum der Weltkulturen hätte die CDU schon vor zweieinhalb Jahren haben können, nämlich mit der SPD. Auf Dauer wird sich die fortbestehende Skepsis gegenüber den Grünen in bürgerlichen Kreisen nur legen, wenn die Grünen glaubhaft machen können, dass sie als Koalitionspartner nicht nur zuverlässiger sind als die SPD, sondern auch den Fundamentalismus der frühen Jahre hinter sich gelassen haben.
Einstweilen hat die Opposition freilich nicht viel zu melden. Rund und störungsfrei läuft die Kraftmaschine der Fraktionsvorsitzenden Markus Frank (CDU) und Olaf Cunitz (Grüne). Wer es sich wie Frank erlauben kann, Entscheidungen dieser Reichweite an der Fraktion vorbei einzufädeln, muss sich seiner selbst sicher sein. Vor kurzem hatte er die Oberbürgermeisterin düpiert, als er deren Vorhaben zu Fall brachte, das Museum auf dem Degussa-Gelände zu bauen, nun brüskiert er seinen eigenen mächtigen planungspolitischen Sprecher. Die Fraktion murrt nicht, so lange sie das Gefühl hat, Frank hole für die CDU heraus, was herauszuholen ist. Er wird allerdings wissen, dass diejenigen, die er jetzt vor den Kopf stößt, darauf zurückkommen, sollte ihn die Fortune verlassen.