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Kommentar Großes Lob für Frankfurt

 ·  Tatsächlich haben viele Beobachter längst die Geduld mit der Regionalpolitik verloren. Doch liegt eine gewisse Komplexität in der Natur der Sache. Dass das nun auf Betreiben Frankfurts anders und besser werden soll, ist zu loben.

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Wer in den vergangenen Monaten das Durcheinander in der Region, die irrlichternden Auftritte des sozialdemokratischen Regionalverbandsdirektors und den ausschließlich parteipolitisch motivierten Austritt des Landes aus dem regionalen Standortmarketing erlebt hat, der musste an der Region und ihren Protagonisten verzweifeln. Da ist es eine ausgesprochene Wohltat, dass Frankfurt nun mit einer Stimme sprach und verkündete, man wolle die Welt nicht neu erfinden, sondern einfach nur das Bestehende verbessern. Und zwar auf eine naheliegende Art und Weise: Man gibt der regionalen Gesellschaft endlich vor, was man von ihr erwartet. Das klingt so simpel, dass man versucht ist zu sagen: Warum denn nicht gleich so?

Tatsächlich haben viele Beobachter längst die Geduld mit der Regionalpolitik verloren. Doch liegt eine gewisse Komplexität in der Natur der Sache. Beispielsweise besteht der Aufsichtsrat des regionalen Standortmarketings aus 24 Personen, die 22 Gesellschafter vertreten. Frankfurt wird als größter Gesellschafter von drei Politikern repräsentiert, die wiederum drei unterschiedlichen Parteien angehören. Die anderen Aufseher vertreten die Interessen ihrer Städte und Kreise oder ihrer Auftraggeber. Dass dieses Stelldichein von Landräten, Oberbürgermeistern, IHK-Präsidenten und einem Staatssekretär eher zu einem Fest der Eitelkeiten gerät statt zu einer konstruktiven Arbeitsrunde, die sich etwa über Zielmärkte der Region verständigt, liegt auf der Hand.

Dass das nun auf Betreiben Frankfurts anders und besser werden soll, ist zu loben. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), seit September Aufsichtsratschef des Standortmarketings, trifft nun den richtigen Ton, nachdem er zunächst insbesondere in der Auseinandersetzung mit Geschäftsführer Hartmut Schwesinger plump agiert hatte. Die neue Zielstrebigkeit ist aber vor allem das Verdienst von Regionaldezernent Uwe Becker (CDU), der seit Jahren das scheinbar so unpopuläre Thema Region und Regionalpolitik mit Ausdauer bearbeitet. Gestern hat er allen, die am Gedeihen von Rhein-Main interessiert sind, Hoffnung gegeben.

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11.02.2013, 23:22 Uhr

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