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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Gleich und nicht gleich

Wie das Elbe-Hochwasser reißt der Gleichstellungsdrang in dieser Gesellschaft alle Unebenheiten mit sich. Bei der Frage nach einem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare bleibt zumindest die CDU ihrer Linie treu.

Der Arbeitslose kommt nach Hause und ruft schon im Flur: „Schatz, ich habe eine neue Stellung!“ Antwortet die Frau: „Lass das, such dir lieber Arbeit.“ In die Politik übertragen, beginnt dieser Witz so: Kommt der oder die Abgeordnete in seinen oder ihren Wahlkreis und sagt: „Bürgerinnen und Bürger, ich habe eine Idee für eine neue Gleichstellung.“

Werner D’Inka Folgen:  

Tatsächlich scheint diese Gesellschaft keine Ruhe zu geben, bis nicht die letzte Ungleichheit glattgehobelt ist. Dass zu Recht niemand mehr wegen sexueller Anlagen verfolgt wird, dass auch andere Bindungen als die zwischen Frau und Mann respektiert werden, das alles reicht offenbar nicht. Deshalb ist im hessischen Landtag eine Mehrheit dafür, gleichgeschlechtliche Partnerschaften in jeder Hinsicht Ehe und Familie gleichzustellen, Adoptionsrecht inklusive.

CDU behält in dieser Frage wenigstens Haltung

Wie das Elbe-Hochwasser reißt der Gleichstellungsdrang alle Unebenheiten mit sich. Müssten nicht so langsam diejenigen, die doch für ihr Andersseinwollen am Christopher Street Day demonstrieren, dagegen aufbegehren, wie sehr ihre unangepassten Gefühle verletzt werden?

In der Landtagsdebatte zählte zu den Fürsprechern der Egalisierung auch die FDP, also jene Partei, die sonst jede Form der Gleichmacherei igitt findet. Der CDU, die ihren Markenkern im Mörser der Modernität schon bis auf einen Rest zermahlen hat, ist es hoch anzurechnen, dass sie wenigstens in Sachen „Homo-Ehe“ Haltung und Überzeugung nicht ganz so flink wechselt, auch nicht um des lieben Koalitionsfriedens willen, sondern dass sie gerade in einem Wahljahr eine Position durchzuhalten versucht, die ja nicht schlecht begründet ist. Noch ist es kein Naturgesetz, dass Konservative am Ende doch jede gesellschaftliche Bastion räumen und bei Ankunft an den jenseitigen Ufern auf die feixende Avantgarde treffen.

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Ja, Verantwortung füreinander gibt es nicht nur in der traditionellen Ehe. Ja, es gibt Kinder, die mit nur einem Elternteil behütet aufwachsen. Da hat die Opposition schon recht. Aber dass es nur eine Verbindung gibt, die von der Natur darauf angelegt ist, Kinder hervorzubringen, und die deshalb eben nicht das Gleiche wie andere Formen von Partnerschaft ist, das kann keine Avantgarde bestreiten.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 28.06.2013, 16:28 Uhr

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Von Matthias Alexander

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