06.12.2011 · Das Kempinski Hotel Gravenbruch gehört zu den Top-Adressen in Rhein-Main. Doch wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten: Mancher Gast sieht Anlass zur Kritik.
Von Eberhard SchwarzDie Stadt Neu-Isenburg weiß, was sie am Kempinski Hotel Gravenbruch hat. Weil auswärtige Gäste früher Schwierigkeiten hatten, die Adresse "An der Bundesstraße 459" zu finden, spendierten die Stadtverordneten dem Fünf-Sterne-Superior-Haus die geschichtsträchtige Anschrift "Graf zu Ysenburg und Büdingen-Platz". Auch vor einem Jahr hatten die städtischen Gremien ein offenes Ohr: Damals ging es um Pläne des Eigentümers, auf einem brachliegenden Teil des Hotelgeländes ein Kongressgebäude zu errichten. Die Stadtverordneten beschlossen, für das Areal einen Bebauungsplan aufzustellen.
Das Hotel gehört zu den Top-Adressen in Rhein-Main. Mancher Gast kommt dadurch nach Neu-Isenburg, der sonst kaum den Weg dorthin gefunden hätte. Im Glanz bekannter Namen sonnt sich gern auch die Stadt. Doch wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten: Mancher Gast sieht Anlass zur Kritik, wie in den Hotel-Portalen im Internet - etwa www.tripadvisor.de oder www.hotel.de - nachzulesen ist: "Zimmer sind altbacken", heißt es da; von vergilbten und aufgequollenen Tapeten ist die Rede, von einer in die Jahre gekommenen Inneneinrichtung; ein Gast zeigt sich vom Standard-Zimmer gar "geschockt". Das Hotel selbst weist darauf hin, das Haus werde "in kleinen Schritten" renoviert und entspreche noch nicht ganz dem Fünf-Sterne-Standard.
Was aus dem einst vorgesehenen Kongressgebäude wird, steht heute in den Sternen. Der neue Eigentümer des Hotels prüfe derzeit alle Optionen zur Weiterentwicklung des Hotels, heißt es. Dazu sollte unbedingt gehören, die von den Gästen monierten Schwachstellen zu beseitigen und das Kempinski Hotel Gravenbruch wieder so erstrahlen zu lassen, wie es dem Haus und seinem klangvollen Namen gebührt.
Eberhard Schwarz Jahrgang 1954, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Kreis Offenbach.
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