Was für eine Saison. Immer souverän und sehr oft mit feinem Fußball hat die Frankfurter Eintracht den sofortigen Wiederaufstieg in die erste Liga geschafft. Die Fans, die auch zu den Spielen gegen wenig renommierte Gegner zu Zehntausenden in die WM-Arena im Stadtwald strömten, haben ihre Treue zum Verein bewiesen. Es hat sich gezeigt, dass die Eintracht nicht nur in Frankfurt, sondern in der ganzen Region ungeheuer populär ist. Es ist auffällig, wie viele Autos mit Kennzeichen von GI bis OF, von FB bis MKK mit einem Adler-Aufkleber am Heck unterwegs sind.
Umso bedauerlicher ist es, dass sich in die Freude erhebliche Misstöne mischen. Da sind jene Fans, die auch in Aachen randalierten und Ordner verletzten. Selbst wenn diesmal ganz schlimme Szenen ausblieben, wurde in Erinnerung gerufen, dass ein Teil der Anhängerschaft zu den problematischeren Fangruppen im deutschen Fußball gehört. Man wünschte sich vom Verein klarere Stellungnahmen zu solchen Vorkommnissen.
Protest-Zeichen
Auch das Verhältnis zwischen Verein und Stadt ist angespannt. Die Entscheidung der Eintracht-Führung, den Aufstieg im Stadion und nicht auf dem Balkon des Römer zu feiern, wie es die Tradition will, muss wohl als Protest-Zeichen gedeutet werden. Offenbar ist die Eintracht immer noch gekränkt, weil die Stadtregierung dem Ruf nach einer Senkung der Stadionmiete nicht nachgekommen ist.
Dabei wäre es umgekehrt an der Zeit, dass sich Vereinspräsident Peter Fischer entschuldigt. Immerhin hat er mit falschen Zahlen hantiert und seine Forderung mit der absurden Drohung unterlegt, zur Not ein eigenes Stadion zu errichten. Fischer sollte sich vor Augen führen, dass potentielle neue Trikotsponsoren ein solches Verhalten nicht schätzen. Zudem unterstützen genügend Unternehmen, die ganz oder teilweise im Besitz der öffentlichen Hand sind, die Eintracht.
Entscheidend für die Entwicklung der Eintracht Fußball AG wird aber die Arbeit der Führungsmannschaft sein. Was bezüglich des Binnenklimas nach außen dringt, stimmt skeptisch. Will die Eintracht an die großen Zeiten der frühen neunziger Jahre anknüpfen, darf zwischen Trainer, Sportdirektor, Vorstandsvorsitzendem und Präsident kein Grashalm passen. Bei Borussia Dortmund war das der Grundstein für die Rückkehr zum Erfolg.