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Kommentar Für Tempo-Limit, aber nicht gleich 30

16.03.2010 ·  Das große Plakat „Vier-Zimmer-Altbauwohnung zu vermieten“ hing lange an einem Gründerzeithaus am Anlagenring. Doch wer möchte schon an einer der meistbefahrenen Straßen der Stadt wohnen.

Von Mechthild Harting
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Das große Plakat „Vier-Zimmer-Altbauwohnung zu vermieten“ hing lange an einem Gründerzeithaus am Anlagenring. Woanders ginge eine solche Wohnung in Frankfurt, vorausgesetzt, sie ist einigermaßen bezahlbar, schnell unter der Hand weg. Doch wer möchte schon an einer der meistbefahrenen Straßen der Stadt wohnen. Das Phänomen, Tag und Nacht mit einem permanenten Geräuschpegel durch vorbeirauschende Autos zu leben, kennen viele Frankfurter. Das gehört zur Großstadt hinzu, sagen die einen. Die EU sieht das anders und macht Vorgaben zur Lärmminderung.

Frankfurts Umweltdezernentin Manuela Rottmann regt deshalb an, nachts in der Zeit von 22 bis 6 Uhr auf ausgewählten Straßen ein Tempo-30-Limit zu verhängen. Das klingt zunächst unerhört, schließlich handelt es sich bei Strecken wie dem Alleenring oder dem Anlagenring um Hauptverkehrsstraßen der Stadt. Dort ist man froh, abends endlich einmal etwas Gas geben zu können, was tagsüber wegen des hohen Verkehrsaufkommens kaum möglich ist. Tempo 50 werden dort nachts die wenigsten fahren. Wie ohnehin der ADAC vor Jahren bei einem Städtevergleich ermittelt hat, dass in Frankfurt durchschnittlich mehr als 60 Stundenkilometer gefahren werden, wo Tempo 50 erlaubt ist. Ganz im Gegensatz zu Oldenburg, dort werde an gleicher Stelle 45 gefahren.

Es wäre also schon viel erreicht, wenn alle Tempo 50 führen. Wenn Rottmanns Vorschlag dies zur Folge hätte, wäre das sinnvoll und für alle, die in dieser Stadt auch tatsächlich leben und etwa Rad fahren wollen, ein Vorteil. Tatsächlich den Verkehr auf Tempo 30 zu drosseln und dies durch Blitzer scharf zu kontrollieren klingt in einer Stadt, die stolz darauf ist, pulsierend genannt zu werden, etwas sonderbar. Und ob dies die Attraktivität der Vier-Zimmer-Wohnung am Anlagenring steigerte, den Beweis müsste Dezernentin Rottmann erst einmal erbringen.

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