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Kommentar Für ein Modellprojekt in Rhein-Main

 ·  Der Plan der Frankfurter ABG, auf der einstigen Housing Area in Friedberg zu bauen, soll nur der Anfang sein. Friedberg hat auch ein großes Kasernengelände der Amerikaner zu bieten, das es gemeinsam mit Frankfurt entwickeln will.

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So schnell ist man sonst nicht in der Region. Erst im Oktober hatten der Chef der Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding, Frank Junker, und Frankfurts Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) das Umland wissen lassen, Wohnen sei nun ein regionales Thema. Ein Dreivierteljahr später kann die ABG, die in Friedberg rund 100 Wohnungen baut, faktisch Vollzug melden. Bis September soll Junker noch Präzisierungen nachliefern, bis Ende des Jahres will er das Projekt „in trockenen Tüchern“ haben. Der Friedberger Bürgermeister Michael Keller (SPD) möchte sogar schon im Jahr 2014 das gesamte Areal bebauen.

Doch für Junker und Keller ist das Projekt nur ein „Pilot“ für weitere Vorhaben. Keller hat eine große Brache, ein ehemaliges Kasernengelände der Amerikaner, zu bieten, das er möglicherweise gemeinsam mit Frankfurt entwickeln will. Junker seinerseits ist längst auch mit anderen Städten in der Region im Gespräch. Viele Kommunen im Umland haben Bauland oder Konversionsflächen im Angebot, verfügen aber nicht über die Mittel, die Erschließung und städtebauliche Entwicklung voranzutreiben.

Eine Kooperation zwischen Frankfurt und seinem Umland ist vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass man in Frankfurt schnell bezahlbaren Wohnraum schaffen will, eine gute Lösung. Doch um nicht nur einfach Wohnraum zu schaffen, sondern für die neuen Quartiere eine hohe städtebauliche Qualität zu gewährleisten, könnte es doch eine Idee für Rhein-Main sein, beispielsweise das große, derzeit noch brachliegende Kasernengelände in Friedberg zum bundesweiten Modellprojekt für die gemeinsame Planung eines modernen, energieeffizienten Neubaugebiets in einer wachsenden Region zu machen.

Zwar ist die Internationale Bauausstellung vor Jahren gescheitert, doch nun könnte die Region an ausgewählten Beispielen zeigen, dass sie sehr wohl sogar „interkommunal“ Modellvorhaben vorantreiben kann. Dann könnten auch einmal andere von Rhein-Main lernen.

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08.07.2013, 23:22 Uhr

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