http://www.faz.net/-gzg-7pec0
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren

Aktualisiert: 16.05.2014, 19:30 Uhr

Kommentar Frauen im Kommen - irgendwann

Zum ersten Mal führt nun eine Frau eine hessische Industrie- und Handelskammer - in Darmstadt. Das ist etwas. Daraus abzuleiten, Frauen seien generell auf dem Vormarsch, ist jedoch gewagt.

von
© Eilmes, Wolfgang Frauen an der Spitze: Petra Roth (CDU, links), einstige Oberbürgermeisterin, und Jutta Ebeling (Grüne) frühere Bürgermeisterin Frankfurts

Es ist den Darmstädtern zu gönnen. Seit die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer die 50 Jahre alte Darmstädter Unternehmerin Kristina Sinemus, Mutter zweier Kinder, zur Präsidentin gewählt hat und sie damit die erste Frau ist, die eine hessische IHK führt, ist es offensichtlich: In Darmstadt haben die Frauen derzeit mehr zu sagen als bisher. Das ist erfreulich. Wer sollte etwas dagegen haben.

Mechthild Harting Folgen:

Allerdings wäre es wohl doch gewagt, daraus abzuleiten, dass Frauen generell in Wirtschaft und Politik auf dem Vormarsch sind, so wünschenswert dies auch wäre. Denn bis vor zwei Jahren hat auch Frankfurt mitunter sogar bundesweit von sich reden gemacht, weil mit Oberbürgermeisterin Petra Roth und Bürgermeisterin Jutta Ebeling gleich zwei Frauen an der Spitze einer Großstadt standen. Damals wurde häufig hervorgehoben, wie bemerkenswert das sei, zumal Frankfurt außerhalb Hessens den Ruf der eher kalten Stadt der Banken und Finanzen genießt.

Heute keine Oberbürgermeisterin mehr in Rhein-Main

Damals konnte sich Frankfurt auch rühmen, in den Aufsichtsräten der städtischen Gesellschaften einen akzeptablen Frauenanteil zu erreichen. Dabei waren Roth und Ebeling qua Amt dabei, die Oberbürgermeisterin häufig als Vorsitzende. Mit dem Ausscheiden der beiden Politikerinnen sank der Frauenanteil in den Gremien, die politischen Spitzenpositionen besetzen Männer.

Wer noch weiter zurückgeht, erinnert sich vielleicht an die Euphorie, die Mitte der neunziger Jahre herrschte. 1993 gewann zunächst Ottilia Geschka die Oberbürgermeisterwahl in Rüsselsheim, 1994 folgte Margret Härtel in Hanau, und 1995 wurde die Frankfurterin Petra Roth die Dritte im Bunde der CDU-Oberbürgermeisterinnen in der Region. Damals war viel von Frauen die Rede und davon, dass an ihnen, die ja die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, kein Weg vorbeiführe. Heute gibt es keine Oberbürgermeisterin mehr in Rhein-Main.

Mehr zum Thema

Dafür hat Darmstadt eine IHK-Präsidentin, und an der Spitze des größten hessischen Regierungspräsidiums, des Darmstädter, steht ebenfalls eine Frau. Das ist etwas. Vielleicht werden es in den nächsten Jahren auch noch einmal ein paar mehr.

Vernunft und Traum

Von Michael Hierholzer

Wie sieht die Zukunft der Städtischen Bühnen aus? Folgt eine Sanierung oder gar ein Abriss und Neubau der Theaterdoppelanlage? Die Ansichten darüber gehen auseinander. Mehr 4 10

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen

Zur Homepage