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Kommentar Frauen für die Region

 ·  Vielleicht würde der Region Rhein-Main eine Frauenquote helfen. Zum Beispiel beim regionalen Standortmarketing. Bisher macht sich von den (männlichen) Kritikern niemand die Mühe, diese Gesellschaft zu verändern.

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Vielleicht würde der Region Rhein-Main eine Frauenquote helfen. An irgendetwas muss es jedenfalls liegen, dass dieser weltweit als prosperierend wahrgenommene Raum es nicht schafft, gescheit zusammenzuarbeiten. Beredtes Beispiel: das regionale Standortmarketing. Zugegeben, latent gibt es seit dessen Gründung im Jahr 2005 Unzufriedenheit. Erst hat die Stadt Frankfurt es in Frage gestellt, dann hat ein Landrat es sich zum persönlichen Ziel gesetzt, den in seinen Augen zu machtbewussten Geschäftsführer hinauszubefördern, und seit einigen Monaten kündigt immer einmal wieder eine Gebietskörperschaft medienwirksam an auszutreten. Die Beitritte, die es ebenfalls gibt, werden öffentlich kaum registriert.

Niemand behauptet, dass diese GmbH fehlerlos konstruiert ist und ihre Arbeit nicht verbessern könnte. Doch es macht sich von den (männlichen) Kritikern niemand die Mühe, die Gesellschaft zu verändern. Stattdessen wird ein solcher Erosionsprozess ausgelöst, der die GmbH in ihrer Existenz gefährdet. Dabei gibt es nichts anderes, nichts Neues. Darauf müsste sich die Region erst verständigen. Wer auch nur ahnt, wie zäh, nerven- und zeitraubend die Verhandlungen von mehr als einem Dutzend Regionalpolitikern und ebenso vielen Vertretern der Wirtschaft und Organisationen sein können, weiß, in diesem Jahr - zumal Landtagswahlen bevorstehen - wird nichts entschieden.

Land pflegt Hessen-Agentur

Auch das Land Hessen spielt übrigens in dem angestoßenen Auflösungsprozess eine ungute Rolle. Noch vor Jahren hatte die FDP-Spitze dem regionalen Standortmarketing überschwänglich zum Bestehen gratuliert, indem FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn jubilierte, „das Rhein-Main-Gebiet ist in der globalisierten Welt angekommen“. Doch jetzt hält FDP-Wirtschaftsminister Florian Rentsch eine Beteiligung des Landes nicht mehr für opportun, versucht lieber stattdessen, die eigene Hessen-Agentur flottzumachen.

Daher der Gedanke, ob ein paar Frauen in den Aufsichtsräten der regionalen Gesellschaft, die dort bisher nur spärlich vertreten sind, nicht doch für mehr Kommunikation und Konsens stünden, so wie man es Frauen nachsagt? Einen Versuch wäre es allemal wert.

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15.01.2013, 23:23 Uhr

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