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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Kommentar Fahrpreise überprüfen

 ·  Die Fahrpreise sind zu hoch.Mit diesem Vorwurf wird der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) seit Jahr und Tag konfrontiert. Doch von Beutelschneiderei kann nicht die Rede sein.

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Die Fahrpreise sind zu hoch.Mit diesem Vorwurf wird der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) seit Jahr und Tag konfrontiert. In der Tat können die Einzel-, Wochen- und Monatskarten in Frankfurt und dem Ballungsraum nicht gerade als billig gelten.

Doch von Beutelschneiderei kann nicht die Rede sein, wie ein vom Internetportal „ab-in-den-urlaub“ vorgenommener Vergleich zwischen 130 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz ergeben hat. Eindeutig zu teuer sind danach bei den Monatskarten drei Dutzend Städte, darunter Köln, Leipzig und Kassel. Frankfurt liegt dagegen mit Hamburg und Wien im Mittelfeld. Als günstig ausgewiesen wurden Bremen, München und Zürich.

„Wir können uns das nicht leisten“ kann nicht mehr akzeptiert werden

In Frankfurt waren die Parteien quer durch das Stadtparlament der Überzeugung, dass bei den Fahrpreisen das Ende der Fahnenstange erreicht sei. Deshalb hat die Stadt auf eigene Kosten die Fahrpreise für Schüler und Auszubildende gesenkt. Seit Juli vergangenen Jahres kostet hier die Jahreskarte für Jugendliche, die Clevercard Frankfurt, nicht mehr 499, sondern nur noch 399 Euro. Die Differenz von 100 Euro gleicht die Stadt aus. Bei 8000 verkauften Clevercards sind das immerhin 800.000 Euro, die Frankfurt an den RMV überweisen muss.

Jetzt hat sich herausgestellt, dass diese zusätzlichen Kosten zumindest weitgehend von den Mehreinnahmen ausgeglichen werden. Denn seit der Einführung der verbilligten Clevercard haben zusätzlich 2500 Jugendliche das Angebot genutzt. Somit stehen am Ende nur Gewinner da. Die Schüler und Azubis sparen Geld, der öffentliche Nahverkehr hat neue Kunden gewonnen, und die Stadt Frankfurt kann mit einer dauerhaften Entlastung ihrer verstopften Straßen rechnen. Denn wer in jungen Jahren Busse und Bahnen benutzt, wechselt als Erwachener nicht so leicht auf das Auto.

Nun sind Wiesbaden, Darmstadt und die anderen Städte und Kreise im RMV gefragt, ob nicht auch sie die Clevercard verbilligen können. Das alte Argument: „Wir können uns das nicht leisten“ kann nach den Frankfurter Erfahrungen nicht mehr als Abwehrargument akzeptiert werden. Jetzt heißt es rechnen und kalkulieren. Auch beim RMV. Zu oft ist man dort zu verzagt. Als Frankfurt zum Beispiel die Pünktlichkeitsgarantie mit Geldrückzahlung einführte, war die Begeisterung bei den Verbund-Oberen nicht groß. Die Garantie hat sich als Erfolg erwiesen. So wie jetzt die verbilligte Clevercard.

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Jahrgang 1954, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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