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Kommentar Endlich Ermittlungen

17.06.2009 ·  Von einem „wunderschönen Wochenende an der Ostsee“ berichten die Hofsänger auf ihrer Internetseite. Am 22. Juli 2006 waren nicht nur Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) und der damals allgegenwärtige Wohnbau-Geschäftsführer Rainer Laub zu Gast in Zingst, sondern eben auch etliche Größen der Fastnacht, um in der Fremde gemeinsam für einen unvergesslichen „Mainzer Abend“ zu sorgen.

Von Markus Schug
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Von einem „wunderschönen Wochenende an der Ostsee“ berichten die Hofsänger auf ihrer Internetseite. Am 22. Juli 2006 waren nicht nur Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) und der damals allgegenwärtige Wohnbau-Geschäftsführer Rainer Laub zu Gast in Zingst, sondern eben auch etliche Größen der Fastnacht, um in der Fremde gemeinsam für einen unvergesslichen „Mainzer Abend“ zu sorgen. Wofür die Hofsänger sich via Internet bei allen „Organisatoren und Sponsoren“ bedanken.

Es sind Bilder wie diese, die derzeit all jene bestärken, die Mainz als Hort von „Fastnachtsfilz“ und „Karnevalsklüngelei“ ausgemacht haben. Schließlich gibt es Gerüchte, dass einer der Sänger – der bei der Wohnbau passenderweise für die Abteilung „Lebensstil“ tätig war – zu günstigen Mietkonditionen an ein Haus kam. Was der Betreffende unverzüglich und öffentlich bereits als bösartige Verleumdung bezeichnet hat.

Es verging bisher zu viel Zeit

Angesichts täglich neuer Enthüllungen war es überfällig, dass sich die Staatsanwaltschaft der Sache annimmt. Denn wo mit Dreck geworfen wird, bleibt immer etwas hängen. Da hilft es wenig, dass der Oberbürgermeister gestern noch einmal darauf hingewiesen hat, man möge sich doch bitte an der Unschuldsvermutung orientieren. Allerdings haben die politisch Verantwortlichen, allen voran Beutel als Aufsichtsratschef, bisher nicht viel dazu beigetragen, die anonym geäußerten Vorwürfe aufzuklären, die von gut informierten Kreisen lanciert werden.

Es verging viel Zeit, bis der umstrittene Geschäftsführer Laub – „auf Anraten seines Arztes“ und nicht etwa, weil er etwas falsch gemacht haben könnte – von seinem Posten zurücktrat. Und der Aufsichtsrat, der viel zu lange weggeschaut hat, lässt sich zu Weihnachten dann auch noch mit einem 15-Gänge-Menü und Geschenkgutscheinen abspeisen. Nein, das alles wirft kein gutes Bild auf die Stadt und ihre Politiker. Was den Grünen bei der Kommunalwahl ja schon ein herausragendes Ergebnis bescherte. Ob Beutel seine Reiselust womöglich mit dem vorzeitigen Ruhestand wird bezahlen müssen, dürfte sich noch in diesem Jahr zeigen. Für alle anderen Mitglieder der Stadtgesellschaft gilt: Wenn das nächste Mal irgendwer zum Kurzurlaub einlädt, sollte sich jeder fragen, ob er sich das wirklich „leisten“ kann – oder die Rechnung nicht besser selbst begleicht.

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Jahrgang 1962, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz.

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