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Kommentar Eine Revolution

25.05.2010 ·  Die elektronische Fahrkarte, das sogenannte E-Ticket, ist nicht irgendeine technische Neuerung im Verkehrswesen. Sie ist vielmehr eine technische Revolution, welche die Mobilität hierzulande verändern wird.

Von Hans Riebsamen
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Die elektronische Fahrkarte, das sogenannte E-Ticket, ist nicht irgendeine technische Neuerung im Verkehrswesen. Sie ist vielmehr eine technische Revolution, welche die Mobilität hierzulande verändern wird. Sie macht die Menschen mobiler und das Mobilsein einfacher.

Mit dem E-Ticket wird man in absehbarer Zeit nicht nur durch die gesamte Republik fahren können, ohne zuvor ein Ticket kaufen zu müssen. Der Zeitgenosse in zehn Jahren wird mit dem E-Ticket vermutlich auch in den Mietwagen einsteigen, das Leihfahrrad elektronisch losketten oder bargeldlos ins Parkhaus einfahren.

Nicht mehr ums Ticket kümmern

Das Rhein-Main-Gebiet kann dank der Vorausschau des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) ein Vorreiter beim E-Ticket werden. Und das E-Ticket wird den Verkehr in Rhein-Main flüssiger machen. Denn es besitzt das Potential, unverbesserliche Autofahrer in Bahnen und Busse zu locken. Nicht unbedingt als Dauerkunden, aber als intelligente Gelegenheitsnutzer, die jeweils jenes Verkehrsmittel wählen, das für ihre Zwecke gerade das beste ist.

Über sein Handy erhält ein solcher Kunde die aktuellen Informationen über die Verkehrslage in der Region, über Stauzeiten, über die nächstgelegene Haltestelle, die Abfahrtszeiten, die Anschlüsse. Mit seinem als Fahrkarte fungierenden Handy steigt er ein und um, ohne sich um ein Ticket kümmern zu müssen.

Ein Hightech-Produkt

Der öffentliche Nah- und Fernverkehr wird durch das E-Ticket attraktiver – und er kann seine Kosten senken. Was die Verkehrsgesellschaften an Ausgaben für den Vertrieb einsparen, können sie an anderer Stelle einsetzen: für einen besseren Takt, für Sicherheit und Service, vielleicht sogar für eine neue Linie. Wahrscheinlich müssen sie damit aber Löcher stopfen, die durch den bevorstehenden Sparkurs der öffentlichen Hand in ihre Etats gerissen werden.

Das E-Ticket ist ein Hightech-Produkt, das man für gutes Geld verkaufen kann. Es könnte ein Exportschlager werden, wenn es gut funktioniert, und vor allem, wenn es schnell entwickelt wird. Schneller als in England oder in China. Für Hessen tun sich hier wirtschaftliche Chancen auf. Verkehrsminister Posch macht also das Richtige, wenn er das Projekt E-Ticket fördert und forciert. Seine und der anderen Verkehrsminister wichtigste Aufgabe wird es sein, einen bundesweit einheitlichen Standard durchzusetzen. Einen Flickenteppich kann sich Deutschland nicht leisten.

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