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Kommentar Eine nicht ganz unwichtige Sache

28.02.2010 ·  Der Winter zeigt sich in diesem Jahr von einer Seite, die fast vergessen war: Gefriertemperaturen über Wochen, Schnee und Eis, und jetzt auch noch das Orkantief „Xynthia“. Da leisten die Freiwilligen Feuerwehren eine Menge Arbeit.

Von Peter Lückemeier
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Der Winter zeigt sich in diesem Jahr von einer Seite, die fast vergessen war: Gefriertemperaturen über Wochen, so viel Schnee und Eis, dass die Salzvorräte knapp wurden, und jetzt auch noch das Orkantief „Xynthia“. Wankende Baukräne, entwurzelte Bäume in der Innenstadt, stillgelegte Autobahnen, weil von schlecht gesicherten Baustellen auf die Straße fliegt, was nicht auf die Straße gehört: Das hat etwas Unwirkliches in unserer urban geprägten Zivilisation.

An solchen Tagen kann man froh sein, nicht in Köln zu wohnen, wo die Baustellen nicht aus Stahl, sondern aus Diebstahl sind. Und man darf erleichtert zur Kenntnis nehmen, dass an Tagen wie diesem neben den hauptberuflichen Feuerwehren auch das Technische Hilfswerk und die Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz sind. Kaum eine Vereinigung verleitet die sich intellektuell Dünkenden so zur Veralberung wie die Freiwillige Feuerwehr mit ihrer manchmal tatsächlich etwas üppigen Vereinsmeierei. Anders aber denkt schnell, wem von der Freiwilligen Feuerwehr mal eben nachts der Keller ausgepumpt oder fachmännisch der vom Orkan im Garten geborstene Baum zerlegt wird.

Freiwillige Feuerwehr stärken

Tage wie dieser lenken die Aufmerksamkeit auch darauf, dass diese Freiwilligen Feuerwehren Nachwuchssorgen haben. Schon heute zeichnet sich ab, dass einige der 2500 Einheiten in Hessen bei Orkanen, Bränden und anderen kleineren wie größeren Katastrophen mangels Masse nicht mehr einschreiten können. In einer Gesellschaft, die zunehmend von Menschen mit Migrationshintergrund geprägt werden wird, wird es auch immer weniger Nachwuchs geben, weil in den Ländern, aus denen die Familien ursprünglich kamen, das System der Freiwilligen Feuerwehr nicht bekannt ist.

Diese bürgerschaftliche Institution (die überdies den Staat Geld spart) also rechtzeitig zu unterstützen ist keine ganz unwichtige Sache. Das gilt nicht nur an Tagen, an denen „Xynthia“ alles durcheinanderwirbelt.

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