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Kommentar Eine klare Wahl

Helmut Reitze ist in seinem Amt als Intendant des Hessischen Rundfunks bestätigt worden. Es hätte aber auch keinen Grund gegeben, den Mann mit der Fliege nicht wiederzuwählen.

Das lässt sich sehen: Helmut Reitze ist mit nur einer Gegenstimme in seinem Amt als Intendant des Hessischen Rundfunks bestätigt worden. Den Journalisten, der anfangs als Mann Roland Kochs galt, wählten auch die Vertreter von SPD und Grünen mit: 28 von 29 Stimmen auf sich zu vereinigen, das ist schon etwas, darauf darf er stolz sein.

Peter Lückemeier Folgen:  

Es hätte aber auch keinen Grund gegeben, den Mann mit der Fliege nicht wiederzuwählen. Dass er am 25. Januar 2013 in einem Amt bestätigt wird, dessen dritte Periode erst zwei Jahre später beginnt, entspringt Reitzes persönlicher Sehnsucht nach Planungssicherheit und vor allem politischem Kalkül. Man wollte, darin waren sich die beiden politischen Lager wie die „Grauen“ im Rundfunkrat einig, die Besetzung des Intendantenamts aus dem Wahlkampf oder der Anfangszeit einer andersfarbigen Landesregierung heraushalten. Da Reitze inzwischen von Rot und Grün akzeptiert ist, war es ihnen lieber, jemanden an der Spitze des Senders zu wissen, den man kennt und mit dem man sich arrangiert hat. Die CDU und die FDP wiederum haben dankbar registriert, dass der Zugriff der linken Parteien auf Redaktionen des Hessischen Rundfunks nicht mehr so unmittelbar möglich ist, wie er es einst nach ihrer Ansicht war.

Das waren die politischen Argumente, die in solchen Gremien leider immer die wichtigsten sind (dass hier Vorsitzende von Landessportbund, Landesmusikrat oder Volkshochschulverband zugleich exponierte Vertreter politischer Parteien sind, ist ja reiner Zufall). Aber auch sachliche Gründe sprechen für Helmut Reitze. Lange Zeit hatte der Sender aus Frankfurt das Schlusslicht gebildet, doch in den letzten fünf Jahren stieg der Marktanteil von 5,5 auf 7,1 Prozent, die rote Laterne trägt nun der SWR mit 6,0 Prozent.

Auch bei den sechs Radioprogrammen des HR ist der Zuspruch gestiegen. Doch dem eigentlichen Programmauftrag des Senders - „seine Angebote haben der Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung zu dienen“, heißt es im Gesetz - wird das Radioprogramm nur bedingt gerecht. Die Unterhaltung dort überwiegt bei weitem, das können die Privaten auch und oft besser. Auf mehr Qualität auch hier zu achten und die Eigenständigkeit einer öffentlich-rechtlichen Anstalt zu konturieren - das bleibt eine der Aufgaben des neuen und alten Intendanten.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 25.01.2013, 23:22 Uhr

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Von Rainer Schulze

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