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Kommentar : Vorzeigeunternehmen

Hoffnungsträger: Das Mainzer Biotechnologie-Unternehmen Biontech entwickelt einen Impfstoff, der für einen Paradigmenwechsel in der Behandlung von Krebs sorgen soll. Bild: Helmut Fricke

Investoren stellen dem Mainzer Biotechnologie-Unternehmen Biontech 270 Millionen Dollar bereit. Das ist ein wichtiges Signal an die anderen Start-ups der Region.

          Das Bürogebäude ist unscheinbar, und der Firmenchef kommt mit einem alten Mountainbike zur Arbeit: Dass in der Mainzer Neustadt der Traum von einem großen Schub im Kampf gegen Krebs Wirklichkeit werden könnte, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Doch wer auf dicke Autos und repräsentative Büros keinen Wert legt, der bekommt in den Labors und Büros des Mainzer Biotechnologie-Unternehmens Biontech schnell einen Eindruck davon, wie rasant dort aus einer Ausgründung aus der Universität Mainz ein Hoffnungsträger für die künftige Behandlung des Schreckgespenstes Krebs wurde.

          Im Sommer sorgte Biontech mit einer klinischen Studie für Aufsehen, deren Ergebnisse hoffen lassen, dass der dort eingeschlagene Weg zu neuen Therapien funktionieren könnte. Fast logisch erscheint da die Meldung, wonach Investoren Biontech die gewaltige Summe von 270 Millionen Dollar bereitgestellt haben.

          Start-up mit globalem Anspruch

          Wenn der Ansatz funktioniert, wäre es gleich in dreifacher Hinsicht der Jackpot. An erster Stelle steht natürlich die Hoffnung der Menschheit, sich aus den Fesseln der Geißel Krebs befreien zu können. Für Biontech selbst könnte es der Aufstieg in einen erlauchten Kreis namhafter, milliardenschwerer Medizinkonzerne sein, zu denen auch der im Frankfurter Stadtteil Höchst mit einer großen Niederlassung vertretene Pharmakonzern Sanofi gehört.

          Schließlich ist die Geschichte von Firmengründer Ugur Sahin und seinem Unternehmen ein Signal an die Start-ups der Region, dass sich aus dem Rhein-Main-Gebiet heraus Firmen entwickeln lassen, die erfolgreich sind und einen globalen Anspruch haben. Denn die Gründer und der Vorstand haben wissen lassen, dem Standort Mainz dauerhaft die Treue halten zu wollen. Das ist nicht nur eine Reminiszenz an die Universität Mainz und die Uniklinik, die mit 7800 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Stadt ist. Es ist auch ein Bekenntnis zur Region, die aus Sicht des neuen Sterns am Mainzer Unternehmenshimmel durch kurze Wege, gute Netzwerke und eine nahezu perfekte Anbindung an die Welt durch den nahe liegenden Flughafen überzeugt.

          Bis zum Markteintritt in zwei bis drei Jahren werden viele Menschen aus unternehmerischer und medizinischer Perspektive gebannt den Weg von Biontech verfolgen. Der Straßenname in Mainz lässt schon mal auf eine rosige Zukunft hoffen: Er lautet „An der Goldgrube“.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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