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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Ein Erfolg mit vielen Vätern

 ·  Es ist in Frankfurt ohnedies ein ständiges Kommen und Gehen, bei den Menschen wie bei den Unternehmen. Doch bei den Betrieben überwog zuletzt das Gehen überdeutlich. Endlich einmal wieder entscheidet sich ein Konzern von Rang für Frankfurt.

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Es ist in Frankfurt ohnedies ein ständiges Kommen und Gehen, bei den Menschen wie bei den Unternehmen. Doch bei den Betrieben überwog zuletzt das Gehen überdeutlich. So darf man sich freuen, dass sich mit der Deutschen Bahn einmal wieder ein Konzern von Rang entschieden hat, seine Präsenz in Frankfurt zu stärken statt zu verringern. 330 neue Arbeitsplätze in einer Liegenschaft unweit des Flughafens – das ist zwar eine überschaubare Zahl, doch handelt es sich immerhin um die Schaltzentrale des weltweiten Güterverkehrs des Staatskonzerns, der nicht nur auf der Schiene, sondern auch in der Luft- und Seefracht längst eine führende Rolle spielt.

Der Erfolg hat viele Väter. Der Bahnvorstand hat hart verhandelt, er hatte andere Möglichkeiten. Das seit Generationen von der Kohle- und Stahlkrise schwer gebeutelte Duisburg, mit seinem Hafen auch kein unwichtiger Logistik-Standort, hätte die neue Zentrale gerne genommen. Für Frankfurt haben sich der hessische Ministerpräsident eingesetzt, die Frankfurter Oberbürgermeisterin, vor allem aber Wirtschaftsdezernent Markus Frank (alle CDU). Er hat derzeit, wie an dieser Stelle schon in der vergangenen Woche vermerkt wurde, einen Lauf – auch die Condor-Ansiedlung, den ADC-Gipfel der Werber und die neue Gala zur Musikmesse werden seinem Einsatz zugeschrieben. Es scheint sich tatsächlich auszuzahlen, wenn einer der führenden Wirtschaftsstandorte Deutschlands einen Wirtschaftsdezernenten hat, der seinen Job ernst nimmt.

Es traf sich auch, dass die Deutsche Bahn nichts anderes suchte als Büroräume. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass man im Römer auf die Flächenwünsche von Industriebetrieben und Handelsunternehmen kaum vorbereitet ist. An Büroflächen ist hingegen kein Mangel. Mehr und mehr scheint das Konzept der Fraport AG aufzugehen, neben dem Flughafen eine „Airport City“ zu etablieren, die an der Exzellenz ihrer Verkehrsanbindungen ihresgleichen sucht. Vieles im Verhältnis zwischen Unternehmen und Stadt bleibt heikel. Diesmal aber hat alles geklappt. Das darf dann auch einmal gefeiert werden.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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