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 ·  Die Ereignisse ähneln sich: Wie vor zwei Jahren bahnt sich die Übernahme eines namhaften Arzneimittelherstellers an - und wieder ist ein Unternehmen mit von der Partie, das im Rhein-Main-Gebiet einer der wichtigsten Arbeitgeber ist.

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Die Ereignisse ähneln sich: Wie vor zwei Jahren bahnt sich die Übernahme eines namhaften Arzneimittelherstellers an - und wieder ist ein Unternehmen mit von der Partie, das im Rhein-Main-Gebiet einer der wichtigsten Arbeitgeber ist. Auch ähnelt sich die Rhetorik zum Übernahmeversuch.

Seinerzeit pries der Chef des französischen Konzerns Sanofi-Synthelabo, Jean-Francois Dehecq, den Kauf des Mitbewerbers Aventis als „europäische Operation für Europa“ an. Nun greift der Darmstädter Merck-Konzern nach der Schering AG mit Sitz in Berlin und will auf diese Weise ein „Weltklasseunternehmen in Deutschland“ schmieden. Einen „nationalen Champion“ sozusagen.

In mindestens einem unterscheiden sich aber beide Fälle: Dehecq hat sein Ziel erreicht und im August 2004 den Erwerb von Aventis abgeschlossen. Die Mannschaft um den Vorsitzenden der Merck-Geschäftsleitung, Michael Römer, muß dagegen die Aktionäre von Schering noch überzeugen. Ob 77 Euro je Aktie reichen, wird sich spätestens Mitte Mai zeigen. Dann wird das Übernahmeangebot auslaufen, das Ende März erfolgen soll.

Krebsforschung

Wie immer bei Geschäften dieser Art stellt sich die Frage, wieviele Arbeitsplätze dem Kauf letztlich geopfert werden. Im Fall Aventis haben die Zweifler nicht recht behalten. Im Gegenteil: Sanofi-Aventis hat nicht zuletzt im Industriepark Höchst Arbeitsplätze geschaffen. Und im Zuge einer Übernahme von Schering durch Merck könnte es ebenfalls gut ausgehen.

Denn die Tätigkeiten der beiden Unternehmen überschneiden sich lediglich bei der Krebsforschung. Und dies sieht Merck nach eigenen Angaben sogar als Vorteil. Überdies versucht die Mannschaft um Römer schon heute, möglichen Ängsten zu begegnen. Etwa mit der Aussage, der „Fokus der Transaktion“ liege nicht auf Kostensenkung durch den Abbau von Arbeitsplätzen - was nicht heißt, daß alle Aufgabengebiete so bestehen bleiben werden wie derzeit: Auf doppelte Arbeit dürfte Merck kaum Wert legen.

Zukünftiger Sitz in Darmstadt

Daß genauere Angaben jetzt von der Geschäftsleitung nicht zu erhalten sind, sollte nicht voreilig als schlechtes Zeichen interpretiert werden. Merck kann sich schließlich nicht äußern, als sei das Geschäft schon in trockenen Tüchern. Eine Aussage aus der Chefetage dürfte in der Region dessenungeachtet gut ankommen: Das neue Unternehmen wird seinen Sitz in Darmstadt haben.

Fürs erste beruhigen kann auch der Hinweis auf die jüngste Personalentwicklung: 373 Stellen hat Merck im vergangenen Jahr geschaffen. Und wie sagte Personalvorstand Jan Sombroek doch im Februar: „Ich hoffe, daß ich auch in einem Jahr über steigende Personalzahlen in Deutschland berichten darf.“ Das wird zu überprüfen sein.

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Jahrgang 1967, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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