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Kommentar Die Niederlage hat Eltern

 ·  Der Sieg hat viele Väter, diese Niederlage von Boris Rhein im Rennen um das Oberbürgermeisteramt hat Eltern in der schwarz-grünen Patchwork-Familie im Frankfurter Römer.

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Der Sieg hat viele Väter, diese Niederlage hat Eltern in der schwarz-grünen Patchwork-Familie im Frankfurter Römer. Die CDU steht mit leeren Händen da, weil Petra Roths Plan schiefgegangen ist, Boris Rhein in einer Art Überrumpelungstaktik zu ihrem Nachfolger zu machen. Und die Grünen im Römer blicken verdutzt in die Kluft, die sich zwischen ihnen und ihren Wählern aufgetan hat.

Roths Plan war vom Anfang her gedacht, nicht vom Ende. Dass sie am Ende ihrer 17 Jahre währenden Amtszeit unter allen Umständen eine Kampfabstimmung in der CDU um ihre Nachfolge verhindern wollte, darf man ihr persönlich abnehmen. In der Abwägung zwischen Rhein und dem Kämmerer Uwe Becker entschied sie sich für Rhein, obschon ihr Becker als Vertreter des Arbeitnehmerflügels näher steht. Aber hatte Roth wirklich die Wahl? Rhein war damals der Frankfurter CDU-Vorsitzende. Ihn nicht zu nominieren wäre ein Affront gewesen, der das heraufbeschworen hätte, was Roth zu vermeiden suchte, nämlich Kampf.

Am Morgen danach treten auch Rheins Irrtümer zutage

Was Roth unterschätzt hatte: Die Mehrheit der Grünen-Wähler stimmt eher für den „Schnarcher Feldmann“, wie sich einer ausdrückte, als für einen Vertreter der offenbar in hundert Jahren noch verhassten Hessen-CDU. Da half es Rhein gar nichts, dass er in den Augen Konservativer den Grünen schon viel zu weit entgegengegangen war.

Am Morgen danach treten auch Rheins Irrtümer zutage. Gegen Feldmann, der bis zum Umfallen rackerte, trat Rhein nicht wie ein Kandidat auf, sondern wie ein Amtsinhaber. Erst nach dem ersten Wahlgang brachte er mit der Kinderbetreuung ein Thema auf den Tisch des Hauses. Zu spät, da hatte ihm Feldmann mit seinen immer und immer wiederholten fünf Punkten längst die Agenda aus der Hand genommen.

Einsam wie Eltern, deren Kinder maulend ausgezogen sind, müssen sich die grünen Magistratsmitglieder vorkommen. Aus Überzeugung und weil es für sie um einiges geht, waren sie öffentlich für Rhein eingetreten. Grüne, denen eine rot-grüne Perspektive im Land wichtiger ist als ein schwarz-grüner Magistrat in Frankfurt, äußerten sich allenfalls verschwiemelt, andere sprachen offen gegen Rhein. Wahlkampf-Management aus einem Guss sieht anders aus. Und auch das ist eine Erkenntnis dieser Wahl: Schwarz-grün ist in Frankfurt ein Projekt der grünen Partei-Avantgarde, nicht der Basis.

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Jahrgang 1954, Herausgeber.

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