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Kommentar Die Hoffnung stirbt zuletzt

 ·  Der Neckermann-Betriebsratschef hat Managern und Mitarbeitern ein Rettungskonzept vorgeschlagen. Sollte es nicht funktionieren, bleibt noch der Flughafen als Option.

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Grund zu Optimismus gebe es im Moment nicht, Grund zur Hoffnung immer - und die habe er. Thomas Schmidt, Betriebsratsvorsitzender des Frankfurter Traditionshauses Neckermann, hat die Unerschütterlichkeit dieser Hoffnung schon öfter in seiner Zeit als Arbeitnehmervertreter bei Neckermann unter Beweis stellen müssen. Das Haus, das inzwischen dem amerikanischen Finanzinvestor Sun Capital gehört, stand schon in den Zeiten, in denen es zum Arcandor-Konzern zählte, heftig unter Druck.

In den vergangenen Jahren sind schon einige hundert Arbeitsplätze in der Logistik abgebaut worden - in der Hoffnung, mit schlankeren Strukturen wieder die Gewinnzone zu erreichen. Das ist erst einmal nicht unredlich. Was passiert, wenn das dauerhaft nicht gelingt, ist klar, dann sind alle Arbeitsplätze verloren.

Option: Flughafen

Gleichwohl wünscht man den in den vergangenen Jahren über die Maßen gebeutelten Beschäftigten von Neckermann, dass das vom umtriebigen Betriebsratschef avisierte Rettungskonzept funktioniert. Man wünscht es besonders deshalb, weil ein Ende der Neckermann-Logistik viele Frauen und Männer träfe, die schon lange für das Unternehmen tätig sind, aber kaum Qualifikationen vorzuweisen haben. Zudem sind sie oft schon älter als 55 Jahre. Der Fachkräftemangel eröffnet ihnen keine Perspektive. Einen Mangel an Geringqualifizierten wird es in absehbarer Zeit nicht geben.

Deshalb ist auch die Bedeutung von Unternehmen, die solchen Männern und Frauen die Chance bieten, mit ihrer Hände Arbeit ihren Lebensunterhalt selbst und ohne Alimentierung durch der Steuerzahler zu verdienen, gar nicht hoch genug einzuschätzen, gerade im Rhein-Main-Gebiet. Auch wenn das in jüngster Zeit immer wieder in Zweifel gezogen wird, kommt in dieser Hinsicht dem Frankfurter Flughafen eine Schlüsselstellung zu. Der Airport selbst und auch die dort angesiedelten Logistiker und die Frachtairlines bieten solche Arbeitsplätze in vergleichsweise großer Zahl. Sollte der Rettungsplan für Neckermann nicht fruchten, liegen womöglich am Flughafen für Betroffene die allerletzten Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz.

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Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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