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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Die Hessen kennen kein Erbarmen

Die CDU ist zwar die stärkste politische Kraft in Hessen, gewinnt damit aber nur die Goldene Ananas. Denn ohne die FDP ist der erste Platz nichts wert.

Die CDU ist zwar die stärkste politische Kraft in Hessen, gewinnt damit aber nur die Goldene Ananas. Denn ohne die FDP ist der erste Platz nichts wert, und die FDP fällt auch in Hessen ins Bodenlose. In der Sprache der Börse ist die hessische FDP derzeit nur noch ein Penny Stock. Das ist zu einem guten Teil ungerecht, weil die drei Liberalen im Landeskabinett beileibe keine schlechtere Arbeit leisten als die Minister der CDU, aber das Wahlvolk kennt, wenn es um die FDP geht, offenbar kein Erbarmen.

Werner D’Inka Folgen:  

Wie überall wachsen auch in Hessen die Bäume der Grünen nicht mehr in den Himmel, aber sie schlagen doch kräftig aus. Im Vergleich zur Landtagswahl vor zwei Jahren gewinnen die Grünen noch einmal fünf Prozentpunkte hinzu (siehe Bericht auf dieser Seite). Ihre beharrliche Oppositionsarbeit wird honoriert, und ihr Landesvorsitzender Tarek Al-Wazir hat den Pokal des beliebtesten Landespolitikers nun so oft errungen, dass er ihn, ginge es nach den Gesetzen des Fußballs, behalten dürfte.

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Zur Mitte der Wahlperiode steht allerdings auch Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in höherem Ansehen, als viele es erwartet hätten. Was haben SPD, Grüne und Linke nicht alles aufgeboten, um Bouffier als Auslaufmodell hinzustellen, als jemand, der sich in elf langen Jahren als Innenminister verbraucht habe. Bisher haben sie sich allerdings ohne großen Erfolg an ihm abgearbeitet. Käme es zu einer Direktwahl des Ministerpräsidenten, schlüge Bouffier sowohl Al-Wazir als auch, wenn auch knapp, den nominellen Oppositionsführer Thorsten Schäfer-Gümbel von der SPD.

Dessen Leistung ist es, dass die in Hessen traditionell starke Sozialdemokratie wieder zur CDU aufgeschlossen hat. Käme es zu Rot-Grün, wären die Rollen jedenfalls klar verteilt. Und die These vom nahen Ende der beiden großen Volksparteien müsste noch einmal überdacht werden.

Ginge es nur nach Umfragen, säße die Piratenpartei im nächsten hessischen Landtag. Zwar vergehen bis zur Landtagswahl noch zwei Jahre und stehen Umfragen auf reichlich Treibsand, doch einiges spricht dafür, dass die Piraten nicht nur in Berliner Gewässern Erfolg haben. Ginge es ebenfalls nach Umfragen, bliebe die Linkspartei in Hessen eine Episode. Schade wäre das nicht. So dürfte auch Schäfer-Gümbel denken.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 09.12.2011, 23:23 Uhr

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