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Kommentar Die Erweiterung des Kunstraums

 ·  Das frühere Frankfurter Stadtoberhaupt ist als Beiratsvorsitzende des Atelierfrankfurt ganz in seinem Element: Die Förderung der Kulturstadt Frankfurt lag Roth stets besonders am Herzen.

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Und wieder hat sie ihre Hand im Spiel. Zwar nicht mehr als Oberbürgermeisterin, aber nach wie vor als zum Enthusiasmus neigende Freundin der Kultur, die über so viele Kontakte verfügt, dass auch nach dem Wechsel an der Spitze der Frankfurter Stadtverwaltung ein von Petra Roth unterstütztes Kunstprojekt beste Aussichten hat. Seit kurzem ist sie Beiratsvorsitzende des Atelierfrankfurt, dessen Umzug ins Ostend im Jahr 2013 mit einer erheblichen Ausweitung des Kunstraums verbunden sein wird. Die Zahl der Ateliers soll sich von bislang 45 auf etwa 200 erhöhen. Michael Loulakis, unter anderem Vorsitzender des Frankfurter Kunstvereins und auch sonst dem Zeitgenössischen verbunden, macht es als Eigentümer des Gebäudes an der Schwedlerstraße möglich. Das Kulturamt sowie eine Reihe von Spendern tragen zur Finanzierung bei.

Das frühere Stadtoberhaupt ist ganz in seinem Element: Die Förderung der Kulturstadt Frankfurt lag Roth stets besonders am Herzen. Zumal es hier um den gern beschworenen Humus geht, ohne den keine Kunststadt gedeihen kann. Nichts ist schließlich so wichtig für eine lebendige Szene wie Produktionsbedingungen an Ort und Stelle, in der urbanen Mitte, unweit von Museen und anderen Kultureinrichtungen. Das Atelierfrankfurt am neuen Standort erreicht nun auch von den Ausmaßen her Berliner Dimensionen. Seine Bedeutung als Experimentierfeld und Feierzone, Zentrale des Off-Off-Ausstellungsbetriebs und Anlaufstelle der jungen Innovativen ist ohnehin unbestritten. Insofern kann es schon lange mit hauptstädtischen Institutionen mithalten.

Die Verbindungen mit der Städelschule sind eng, und die Vielfalt der Positionen, denen das Atelierfrankfurt Platz einräumt, spiegelt internationale Tendenzen und diverse künstlerische Subkulturen wider. Mit der Vergrößerung bieten sich künftig noch viel mehr Möglichkeiten für Kreative, die jenseits des Mainstreams ihre ästhetischen und oft gattungsübergreifenden Ziele verfolgen. Wer die jungen schöpferischen Kräfte in der Stadt halten möchte, muss ihnen günstige Arbeitsbedingungen bieten. Dann verliert der Spruch, in Frankfurt stellten Künstler aus, in Berlin lebten sie, bald jede Geltung.

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Jahrgang 1955, Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

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