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Kommentar Der Regionalpark und die Landwirte

 ·  Der Regionalpark, der die Landschaft in Rhein-Main in Szene setzen und sie zum Erholungsraum für Städter machen will, tut gut daran, sich der Landwirtschaft zu öffnen. Für die Bauern bringt der Regionalpark Chancen mit sich.

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Der Regionalpark feiert. Ein Jahr nachdem die 190 Kilometer lange Rundroute durch die gesamte Region mit einem Fest und 20 000 Besuchern eröffnet wurde, laden die Organisatoren nun zum zweiten Mal ein, die Route zu erleben. 35 Stationen wird es geben, an denen etwas geboten wird. Doch an 14 Punkten soll eine Zusammenarbeit sichtbar werden, die bisher so nicht gelungen ist: Der Regionalpark will sich auf Bauernhöfen oder gemeinsam mit Landwirten präsentieren. Denn im Fokus steht in diesem Jahr die regionale Landwirtschaft.

Der Regionalpark, der die Landschaft der Region in Szene setzen und dadurch aufwerten, sie zum Erholungsraum für die Städter machen will, tut gut daran, sich der Landwirtschaft zu öffnen. Viele Jahre gab es Streit zwischen Landwirten und Regionalpark-Planern. Die Planer hatten es anfangs versäumt, die Bauern, deren Wege sie ja zu Erholungsrouten ausgebaut haben, mit einzubeziehen. Umgekehrt sind auch die Landwirte nicht gerade eine Klientel, die dafür viel Verständnis aufbringt, wenn Kunstwerke am Wegesrand installiert werden. Spaziergänger und Radler stören sie eher bei der Arbeit, als dass sie in ihnen die Verbraucher sehen, an die sie ihre landwirtschaftlichen Produkte verkaufen wollen.

Erbitterte Auseinandersetzungen

Größter Streitpunkt bis heute ist die Frage, wer auf den Wegen Vorfahrt hat, Mähdrescher oder Mountainbiker. Und jedes Ansinnen von Planern und Freizeitsportlern, den Landwirten auch nur den kleinsten Zipfel Land wegzunehmen, etwa um Wegweiser oder Hinweistafeln aufzustellen, kann erbitterte Auseinandersetzungen nach sich ziehen. Seit einiger Zeit reden die Regionalpark-Macher mit den Landwirten, und damit ist das Klima so viel besser geworden, dass man am Sonntag gemeinsam feiern kann.

Aber auch die Landwirte beginnen Verständnis dafür aufzubringen, dass ihre Lage im Ballungsraum ihnen nicht nur den Vorteil bietet, den Großmarkt vor der Tür zu haben, sondern dass auch ein Hofladen eine zusätzliche, stabile Einnahmequelle bieten kann. Dem Regionalpark und sicher auch den Bewohnern der Region kann es nur recht sein, wenn auf den Höfen mehr Gastronomie entstünde, es dadurch attraktivere Ziele gäbe. Am Sonntag könnte dafür der Grundstein gelegt werden, wenn die Zusammenarbeit klappt und die Besucher tatsächlich kommen.

Landwirte, Radler und Regionalpark

Die Landwirtschaft ist von jeher fester Bestandteil der Region. Seit kurzem gehört auch die Rundroute des Regionalparks dazu. Grund für den Regionalpark Rhein-Main, an diesem Sonntag sich, die Landschaft und die Landwirtschaft mit einem großen Fest zu feiern. Dazu lädt er zu 35 Stationen entlang der rund 190 Kilometer langen Route ein, die genau vor einem Jahr eröffnet wurde und durch die Gemarkung von 35 Kommunen führt. Unter dem Motto „Felder, Weiten, Köstlichkeiten“ werden die Regionalpark-Organisatoren erstmals eng mit den Bauern entlang der Strecke zusammenarbeiten. In der Vergangenheit war das Verhältnis nicht immer frei von Konflikten, schließlich nutzen Spaziergänger und Radfahrer die Arbeitswege der Landwirte. Und auch Hinweisschilder und Informationstafeln am Wegesrand sind vielfach auf heftige Kritik der Bauern gestoßen. Künftig will man voneinander profitieren. Die Landwirte, so heißt es, könnten ihre Höfe durch Läden und Cafés ausbauen und sich dadurch zusätzliche Einnahmen sichern, während den Regionalparkbesuchern attraktive Ausflugsziele geboten würden. Am Sonntag soll diese neue Zusammenarbeit erstmals von 10 bis 18 Uhr erprobt werden, um sie, im Fall des Erfolgs, in den Wochen und Monaten danach weiter auszubauen. (mch.)

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Jahrgang 1961, Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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